Trickbetrüger haben wieder ganz neue Maschen „im Angebot“

In Landkreis, Polizeiberichte by Redaktion

Abzocke per WhatsApp:

Mit einer ganz neuen Variante des Enkeltricks versuchten Betrüger aktuell, bei Senioren in Mittelhessen Kasse zu machen – und das per „WhatsApp“. Und so läuft’s ab: Die Täter geben sich als nahe Verwandte aus und versuchen die Opfer zu Geldüberweisungen zu bewegen.
Sie melden sich also mit einer Textnachricht per WhatsApp bei einem potenziellen Opfer un: „Hallo Mama mein Handy ist kaputt gegangen. Dies hier ist jetzt meine neue Nummer, die kannst du speichern. Bist du zu Hause?“. Im vorliegenden Fall bat das angebliche Kind seine „Mama“ um Hilfe und forderte 1.700 Euro. Die Seniorin rief allerdings ihren Sohn unter seiner tatsächlichen Rufnummer an. Und – o Wunder: Der hatte weder ein neues Mobiltelefon, noch brauchte er Geld.

Betrug mit Bitcoins

Aus aktuellem Anlass warnt nun auch die Gießener Kriminalpolizei vor sogenannten Bitcoin-Betrügern. Die Kriminellen, die offenbar auf ihren Webseiten hohe Gewinne versprachen, erbeuteten insgesamt fast 200.000 Euro bei drei Geschädigten aus dem Landkreis. In allen Fällen waren die „Anleger“ auf Social Media respektive Internet-Seiten auf die Anbieter aufmerksam geworden. Vordergründig erscheinen die Seiten professionell; und sogar Beratungen per Telefon oder E-Mail mit einem persönlichen Betreuer sind im „Service“ der Gauner enthalten. In allen Fällen stellte sich heraus, dass es sich dabei um unseriöse Anbieter handelte. Die Opfer verloren hohe Geldbeträge.

Zeichnung: Laptop mit Bitcoin-Symbol
Wenn die „Investoren“ ihr Geld zurückbuchen lassen wollen, kommt das böse Erwachen. (Foto: Vadim Taranov)

Im ersten Fall hat eine 25-Jährige 3.000 Euro in die digitale Währung investiert. Zunächst hatte sie Anfang November dieses Jahres 1.300 Euro in die Kryptowährung investiert. Als sie ihren vermeintlichen Gewinn zurückbuchen wollte, wurde sie aufgefordert, diesen zu versteuern. Sie tauschte nochmals 1.700 Euro um. Als sie ihren Gewinn dann zurückbuchen wollte, war ihr Account gelöscht.

Geldscheine... allesamt druckfrische 500er
In Mittelhessen erbeuteten die Betrüger mit der „Bitcoin-Masche“ eine hohe sechsstellige Summe . (Foto: Geralt)

Ebenfalls über eine Internethandelsplattform investierte ein 44-Jähriger bis Anfang Oktober insgesamt 90.000 Euro. Als er damit einen Gewinn von über 200.000 Euro erzielte und den Gewinn zurückbuchen wollte, war die Internethandels-Plattform nicht mehr existent. Ähnlich erging es einer 61-Jährigen in den letzten Monaten.
Verführerisch werden die Angebote oftmals deshalb, da nur kleine Beträge (meist im niedrigen dreistelligen Bereich 200 bis 300 Euro) als Ersteinlage gefordert werden. Das wagen viele. Auf einem virtuellen Dashboard (quasi der vermeintliche eigene Account) kann das Opfer anschließend verfolgen, wie rasant sich diese kleine Einlage vervielfacht.

versiffter User mit Bart und langen Haaren am Handy
Verführerisch werden die Angebote oftmals deshalb, da nur kleine Beträge (meist im niedrigen dreistelligen Bereich 200 bis 300 Euro) als Ersteinlage gefordert werden. (Symbolfoto: Sammy-Sander)

Spätestens jetzt sind die meisten Opfer gefangen. Die Aussicht auf einen Gewinn lässt auch größere Anlagebeträge zu. Die Angst hier eine Chance zu verpassen, verleitet viele Menschen dazu, hohe Summen an die vermeintlich seriösen Anbieter zu übersenden. Dieses Phänomen hat alle Bevölkerungsschichten erreicht und setzt sich weiter fort.
Die Polizei warnt daher und empfiehlt, sich intensiv mit der Kryptowährung und wie diese gehandelt wird zu befassen, bevor man hier investiert.