„Schockanrufer“ waren wieder erfolgreich

In Landkreis, Polizeiberichte by Redaktion

Mit ihrer perfiden Masche „Schockanrufer“ haben Betrüger im Landkreis wieder mehrere tausend Euro erbeutet. Angebliche Polizeibeamte riefen eine Seniorin an und berichteten von einem tödlichen Verkehrsunfall, den ihre Tochter angeblich verursacht hatte. Das war am Mittwoch (15. 9.).
Der Anrufer setzte die Dame massiv unter Druck und forderte die Zahlung einer Kaution von 60.000 Euro zur Freilassung ihrer Tochter. Die derart in Angst und Schrecken versetzte Dame glaubte dem Anrufer, gab aber an, so viel Geld nicht zu haben. So einigten sie sich auf eine Summe von mehreren tausend Euro. Der Anrufer war auch noch so „nett“, die Telefonnummer der Bank herauszusuchen, so dass die Seniorin dort anrufen und die hohe Barauszahlung ankündigen konnte.

Ständiger Kontakt

Mit dem Taxi ließ sie sich zu einer mittelhessischen Bank fahren und holte das Bargeld ab. Über den Tag hinweg hielten die angeblichen Polizeibeamten stets den telefonischen Kontakt zur Seniorin und kündigten auch die Abholung des Geldes durch einen vermeintlichen Werttransport-Fahrer an.

Keine Auskunft!

Bitte beachten: Die Polizei holt kein Geld ab und beauftragt auch keine Werttransportunternehmen, Geld abzuholen. Geben Sie keinerlei Auskünfte zu Ihrem Vermögen an fremde Personen. Geben Sie niemals Kontodaten oder Einwahldaten für das Online-Banking weiter.

Klein und dick

Letztlich übergab das Opfer mehrere tausend Euro an einen Boten, der wie folgt beschrieben werden kann: südländisches Aussehen, etwa 28 bis 30 Jahre alt und 1,60 bis 1,65 Meter groß. Er hatte braune Augen, eine untersetzte Figur mit breiten Hüften und trug eine dunkelblaue Windjacke, ein blaues Hemd, eine dunkle Stoffhose, schwarze Turnschuhe sowie eine hellblaue Mund- Nasebedeckung.

Verzweifelte Frau schlägt Hand vors Gesicht
Die Frau verlor mehrere tausend Euro an die Betrüger. Die „echte Polizei“ lässt niemals Geld und Wertsachen abholen. (Symbolfoto: Tobias Wahl)

Inzwischen meldete sich eine Zeugin, der der Unbekannte ebenfalls an besagtem Mittwoch, gegen 17.15 Uhr aufgefallen war. In diesem Zusammenhang fiel ihr auch ein schwarzer VW- oder Mercedesbus auf – möglicherweise aus den Zulassungsbezirken „OA“ (Oberallgäu) oder „OAL“ (Ostallgäu). Die Polizei sucht Zeugen, denen der schwarze VW- oder Mercedesbus im Landkreis ebenfalls auffiel oder die weitere Angaben zu dem Fahrzeug oder den Insassen machen können. Hinweise erbittet die Polizei in Marburg unter (06421) 40 60.