„Neue Spielstätte bietet viele Vorteile“

In Biedenkopf, Kunst und Kultur by Redaktion

Kulturreferent Steffen Keiner gewinnt dem Umstand, dass die Schlossfestspiele in diesem Sommer verlegt werden, viel Positives ab: „Im vergangenen Jahr – in dem wir wegen Corona nicht spielen konnten – hätten drei Aufführungen wegen Unwetter nicht stattfinden können“, sagt er. Das Ausfallrisiko erhöhe sich noch einmal durch die Verschiebung der Aufführungen auf Anfang September, zu der sich die Stadt aufgrund der Corona-Situation entschieden hatte.

Auch bei Regen

So profitierten die Zuschauer zudem davon, dass sie unabhängig von Wetter- und Witterungsbedingungen einen tollen Musical-Abend erleben könnten. Auch in Sachen Akustik, Inszenierung, Technik und Spezialeffekte bietet das Palastzelt bessere Möglichkeiten als der Schlosshof. „Das Ambiente ist im Theaterzelt natürlich ein anderes, aber es ermöglicht es uns auch, das Publikum mithilfe von ausgeklügelten Beleuchtungskonzepten ins Geschehen einzubinden und die Zuschauer so zu einem Teil der Aufführung werden zu lassen.“ Auf der „Bleiche“ bestehen darüber hinaus bessere Möglichkeiten für ein gastronomisches Angebot, und dank ausreichender Parkmöglichkeiten entfällt die Notwendigkeit eines Buspendelverkehrs.

Brennendes Haus in der Nacht. Hohe Flammen.
Das Musical thematisiert den großen Brand in Biedenkopf im Jahr 1717, der große Teile der Stadt zerstörte. (Symbolfoto: M. Walchhofer)

Wie bereits „Eingefädelt“ (2013/2014), „Der Postraub“ (2015/2016) und „Die Hatzfeldt“ (2017/2018) greift „Der Stadtbrand“ Motive aus der regionalen Geschichte auf: Das Musical thematisiert den großen Brand in Biedenkopf im Jahr 1717, der große Teile der Stadt zerstörte. Das Buch entstand in Anlehnung an Motive aus „Dreimal ein Phönix“ von Christoph Kaiser.
Die Tradition der Schlossfestspiele Biedenkopf wird auch 2021 fortgeführt: Das Ensemble besteht sowohl aus Musical-Profis als auch aus Talenten aus der Region, die professionell gecoacht und auf ihren Auftritt vorbereitet werden.

Die Story

Der Brand im Jahr 1717 war ein einschneidendes Ereignis in der Biedenkopfer Stadtgeschichte. Paul Graham Brown nimmt diese historische Begebenheit und regionalen Verbindungen als Basis seines Musicals „Der Stadtbrand“ und entwickelt eine rasante Story um alte Geheimnisse, Liebe, Verdächtigungen, Hoffnungen und Wiedergeburt.

Älterer Mann im Anzug. Porträtfoto
Paul Graham Brown ist der Autor und Regisseur des Musicals „Der Stadtbrand“, das im September nun uraufgeführt wird. (Foto: Petr Ustyanovič)

Der arme Biedenkopfer Tagelöhner Hannes Kirch tut alles, um das Überleben seiner Familie und seines neugeborenen Sohnes zu sichern. Doch weder für die dringend benötigte Medizin für das Baby noch für die Mitgift seiner Tochter Anna reicht das Geld. Diese will unbedingt ihren geliebten Otto aus Battenberg heiraten, dessen Eltern alles andere als begeistert von der Beziehung sind.
Die Hochzeitsglocken sollen hingegen für Miriam, die Tochter eines jüdischen Geldverleihers aus Breidenbach, bald läuten, wenn es nach ihrem Vater und dem Rabbi geht. Denn die kleine Gemeinde soll wachsen – da sind Gefühle eher nebensächlich. Aber Miriam hat andere Pläne.

Geheimnisse…

Jede Familie hat ein Geheimnis, das in Biedenkopfs dunklen und engen Gassen gut verborgen werden kann. Doch die Gerüchteküche brodelt, Rivalitäten und Ressentiments sind an der Tagesordnung. Eine zufällige Begegnung hat drastische Folgen – und plötzlich brennt Biedenkopf. Acht Tage lang sind die Flammen nicht zu löschen, Häuser und ganze Straßenzüge verschwinden. Keiner kann sich mehr verstecken, und alte Geheimnisse kommen ans Licht …