Gesundheitsamt verabreicht erste Corona-Impfungen

In Landkreis, Nachbarkreis by Redaktion

Am Sonntag hat – mit dem Einsatz eines mobilen Impfteams – der Landkreis Marburg-Biedenkopf mit den Impfungen gegen das Corona-Virus begonnen. Das Team suchte zunächst je eine Alten-Pflegeeinrichtung in Marburg-Wehrda und Marburg auf, um dort Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Mitarbeitenden den Impfstoff zu verabreichen.

Erst die Senioren

Ein 86 Jahre alter Mann war der erste, der den Impfstoff erhielt. Eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes verabreichte dem Bewohner eines Alten-Pflegeheims in Marburg-Wehrda die Substanz. In einer ersten Lieferung hatte der Kreis Marburg-Biedenkopf zunächst 155 Impfdosen erhalten. Weitere Lieferungen mit mehreren hundert Impfdosen folgten. „Der Schwerpunkt der Impfaktion liegt derzeit, den Vorgaben des Landes folgend, auf den Alten-Pflegeeinrichtungen. Hier sollen zunächst die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Mitarbeitenden geimpft werden“, sagte Landrätin Kirsten Fründt. 

Nicht ohne Beratung

Neben der Aufbereitung des Impfstoffs mit einer Kochsalzlösung, der Vorbereitung der Spritzen und der eigentlichen Impfung musste für jede Person, die sich impfen lassen wollte, natürlich eine ärztliche Aufklärung und Beratung sowie die entsprechende Dokumentation in den Einrichtungen stattfinden. Dies wurde von den Mitarbeitenden des Gesundheitsamtes sichergestellt. 

„Das ist Neuland“

„Der erste Impftag war wichtig, damit wir die Abläufe überprüfen und auch Erfahrungen sammeln konnten“, sagte Dr. Birgit Wollenberg, die Leiterin des Gesundheitsamtes. Sie wies darauf hin, dass eine solche Impfaktion in diesem Ausmaß für alle Beteiligten Neuland sei und man nicht auf Erfahrungswerte zurückgreifen könne. Die Amtsärztin zeigte sich jedoch optimistisch, dass das Gesundheitsamt – trotz kurzer Vorlaufzeiten – gut vorbereitet sei. 

4 Frauen stehen um eine Impfbox
Amtsärztin Dr. Birgit Wollenberg (re.) gewährt Landrätin Fründt (li.) einen Blick in die Kühlbox und auf den Impfstoff. (Foto: Landkreis)

 Das Gesundheitsamt stimmt den zeitlichen Ablauf und die Organisation der Impfbesuche mit den Einrichtungen ab. Dabei wird auch berücksichtigt, dass zwei Impfungen innerhalb von drei Wochen pro Person erforderlich sind. 
Wann mit den Impfungen im Impfzentrum auf dem Marburger Messeplatz begonnen werden kann, steht indes noch nicht fest. Klar ist aber bereits jetzt: Es ist nicht möglich, über das Gesundheitsamt oder das Impfzentrum direkt Termine für eine Impfung im Impfzentrum zu vereinbaren. Dies wird im kommenden Jahr über ein bundesweit einheitliches Anmeldeportal und einer hessischen Telefon-Hotline möglich sein. Der Landkreis hat hierauf keinen Einfluss, die Organisation hierfür liegt beim Land Hessen.

Und in Siegen-Wittgenstein?

„Derzeit kommt es immer wieder vor, dass Personen das Impfzentrumaufsuchen, um sich dort impfen zu lassen“, sagt der Pressesprecher des Kreises Siegen-Wittgenstein, Torsten Manges, und lässt die Bürger nochmals wissen, dass derzeit noch keine Impfungen im Impfzentrum in Siegen-Eiserfeld stattfinden. Aktuell werden in der ersten Phase Bewohnerinnern und Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen in den Einrichtungen geimpft.

„Keinesfalls spontan“

Die Bürger werden aufgerufen, die Berichterstattung in den Medien zu verfolgen: Dort werde man erfahren, wann und welche Bevölkerungsgruppen sich auf welchem Weg zur Impfung anmelden können. „Ein spontaner Besuch im Impfzentrum ist unter keinen Umständen möglich.“