„Weiterdenken“ in punkto Corona: Interview Teil 2

In Biedenkopf, Gesundheit by Redaktion

Hier war gestern Teil 1 des Interviews mit dem Biedenkopfer Rüdiger Schapner zu lesen. Nachfolgend nun Teil 2.

Rüdiger: Was bestätigt „Weiterdenken-Marburg“ und Sie in Ihrer Meinung?

Unter anderem bestätigen uns die offiziellen Zahlen und prozentualen Sterberaten des Robert Koch-Instituts – dem offiziellen Bulletin entnommen. Da kann jeder nachschauen und sollte es tun, um einen objektiven Blick auf die Zahlen zu erhalten.  

Und warum soll die Maskenpflicht abgeschafft werden?

Erst nein, dann doch ja: Das Robert-Koch-Institut empfiehlt erst dies, dann das und muss einräumen, dass eine Schutzwirkung nicht wissenschaftlich belegt ist. Trotzdem bleibt die Maskenpflicht bestehen. Viele befürworten das sogar und glauben, dass sie sich durch Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch selbst vor Infektionen schützen. Aber auch das ist nicht der Fall. Bundes- und die meisten Landesregierungen sind skeptisch, schreibt die ‚Welt‘, ebenso viele Fachleute. Aber wenn wir die Abschaffung fordern, sind wir ‚rechte Spinner‘.

Welche Erfahrungen machen Sie sonst so als Demo-Teilnehmer?

Wir, die wir gegen einschränkende Maßnahmen protestieren sind übrigens auch zahlenmäßig weit mehr, als durch die Berichterstattung ersichtlich wird. Es wird massiv verhindert, dass noch mehr Demonstranten teilnehmen. In Berlin wurden beispielsweise Straßen rundherum dicht gemacht; Leute wurden gehindert, zur Demo zu gehen. Und da (!) sind unsere Freiheitsrechte eingeschränkt.

Demoteilnehmer im Berlin.
Rüdiger Schapner demonstriert in Berlin. „Hier wurden im Vorfeld Straßen rundherum dicht gemacht; Leute wurden gehindert, zur Demo zu gehen.“ (Foto: privat)

„Argumente basieren auf Fakten“

Wir werden stattdessen in der Presse verunglimpft als Coronaleugner, Rechte oder auch realitätsfremde Esoteriker und dergleichen.
Unsere Argumente basieren gleichwohl auf offiziellen Zahlen und aktuellen Daten. 
Das erklärte Ziel der Regierung war zudem immer nur Verlangsamung der Verbreitung wegen möglicher Überlastung der Intensivstationen – aber nichts dergleichen ist hier eingetreten. Warum wird dann nicht weiter gelockert?  Auch die WHO betonte ursprünglich, dass die Masken keine Infektionen verhindern, hat dies aber später zurückgenommen. Auf offizielle Anfragen hin, woraufhin der Sinneswandel eingetreten sei, wurde keine Antwort erteilt. 

Haben Sie keine Angst?

Im April wurden hierzulande 28 Gesetze geändert. Wir haben jetzt Notstandsgesetze ähnlich wie zu Hitlers Zeiten. Seit März darf die Bundeswehr eingesetzt werden im Land. Covid19 ist ins Seuchenschutzgesetz eingetragen worden. Durch das Infektionsschutzgesetz wird einiges außer Kraft gesetzt. So etwas macht mir Angst.
So darf beispielsweise der Bundes-Gesundheitsminister Dinge beschließen, ohne dass der Bundesrat zustimmen muss. Im Alleingang darf er Medikamente oder Impfstoffe zulassen, weil er das Arzneimittelgesetz außer Kraft setzen darf, während einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite. Diese wird vom Bundestag beschlossen. Ohne Regeln.

Photomontage: Der Erdball wird "geimpft".
„Im Alleingang darf der Bundes-Gesundheitsminister Medikamente oder Impfstoffe zulassen, weil er das Arzneimittelgesetz außer Kraft setzen darf, während einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite.“ (Grafik: Alexandra Koch)

Es wird auch mit zweierlei Maß gemessen. So schreitet beispielsweise bei ‚Black Lives Matter-Demos‘ oder dem Chistopher Street-Day keine Polizei ein, wenn Abstände nicht eingehalten oder keine Masken getragen werden. Passiert das bei unserer Demo, wird gedroht, sie abzubrechen. 
Bleiben gruppenfremde Passanten am Rand stehen, weil sie kurz zuhören wollen und tragen keine Maske, wird ebenso gedroht, die Demo abzubrechen.
Dabei ist eine ‚epidemische Lage von nationaler Tragweite‘ schon lange nicht mehr gegeben.

Bringt das Geschehen auch Positives mit sich?

Ja, es gibt auch Positives. Ich gehe erstmals zu Demos und habe viele tolle Menschen kennengelernt. Viele Freundschaften wurden gefestigt. Ich engagiere mich erstmals in einer Partei: WIR 2020.
Andererseits blüht aber gerade das Denunziantentum wieder ganz groß auf. Traurig bin ich zudem über all die Intellektuellen, die sich mit der Problematik nicht wirklich beschäftigen.   

Vielen Dank, Herr Schapner, für Ihre offenen Ausführungen!
(Das Interview führte Sibylle Bamberger)