Kleingladenbacher muss die „Challenge“ abbrechen

In Kleingladenbach by Redaktion

„Wir warten bis morgen früh. Wir wollten heute Nacht starten, aber haben es verschoben. Hier regnet es wie verrückt“, erklärt der Kleingladenbacher Extremsportler Dejan Kovacevic am Freitagabend gegenüber Backland.News-Redakteurin Sibylle Bamberger. Was hat er vor?

Zum Jahrestag

Zum 200. Jahrestag der Erstbesteigung der Zugspitze hat sich der Kleingladenbacher wieder etwas ausgedacht. Gemeinsam mit Patrick Oswald und Felix Baiker sowie weiteren Sportfreunden will er Deutschlands höchsten Berg dreimal hintereinander bezwingen – mehr als 6.600 Höhenmeter und 86 Kilometer. Das Ganze in 20 Stunden.

3 Männer vor der Bergbesteigung
Heiko Umsonst, Dejan Kovacevic und Tim Wagner (v.l.) machen vor dem Aufstieg noch ein Selfie. (Foto: Tim Wagner)

Doch dann: „Das Wetter macht uns leider einen Strich durch die Rechnung“, äußert Patrick Oswald. „Zum Gipfel wird es unmöglich. Gewitter, Regen und Schnee sind angesagt.“
Die Challenge: sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Doch dann die Nachricht von Dejan am Samstagabend: „Ich bin heute alleine hochgelaufen – bei ständigem Regen und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Ich wollte nachts los, habe mich dann aber entschieden, später zu starten.“ Das sei auch gut so gewesen, meint er.

Das Wetter

„Heiko und Tim haben mich begleitet. Abgemacht war, dass wir uns erstmal zur Knorrhütte vorarbeiten und dann entscheiden, ob ich weiter mache. Heiko und Tim sind gewandert. Ich bin von der Knorrhütte Richtung Sonnalpin, und der Nebel hat sich zugezogen. An Sonnalpin hab ich mich dann entscheiden müssen, ob ich zurück zur Hütte zu den anderen laufe oder zum Gipfel.“ Er entschied sich schnell: „Ich hab‘ mich dann für den Gipfel entschieden und bin dann hoch. Regen und Nebel wurden stärker, und die Temperatur fiel auf null Grad. Oben als ‚Eisklotz‘ angekommen hab ich mich dann entschlossen, das Projekt abzubrechen.“

180 Minuten

Er erzählt weiter, dass die anderen „in tieferen Gefilden am Laufen“ seien und er allein unterwegs war. In 180 Minuten, so Dejan, sei er oben gewesen.
„Nächstes Jahr versuche ich es nochmal“, meint er und ist zuversichtlich, dass es klappt. Aber: „Sicherheit geht vor.“

Mann in den Bergen. Hinten: Nebel.
Im kommenden Jahr will der Kleingladenbacher Extremsportler seine Pläne ausführen – dann hoffentlich unter besseren Wetterbedingungen. (Selfie: Dejan Kovacevic)

Und Patrick Oswald erzählt: „Ich bin mit vier weiteren Kollegen einen 45 Kilometer-Trail gelaufen – rund um die Berge bis auf maximal 1.600 Meter.“
Eine weitere Vierer-Gruppe sei wandern gegangen. „Alles anders als geplant – aber mit der Natur legt man sich nicht an.“
Es ist schließlich eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, schon nachts, in der Dunkelheit, den Berg – nur beleuchtet durch eine Kopflampe – zu bezwingen. Kälte, Niederschlag, schlechte Sicht und die sportliche Herausforderung …

Erinnerung

2018 hat Dejan Kovacevic übrigens eine andere Herausforderung gemeistert, ist in nur sechs Tagen vom Hinterland auf die Zugspitze gelaufen. Eine Distanz von mehr als 600 Kilometern.
So wird also die Anbringung des eigens gefertigte Metallschilds mit den Namen aller Beteiligter noch warten müssen. Das Schild soll (wie schon beim Zugspitzlauf vor zwei Jahren) zur Erinnerung auf dem Gipfel montiert werden.