Biedenkopfer redet Klartext zum Thema „Corona-Maßnahmen“

In Biedenkopf, Gesundheit by Redaktion

Rüdiger Schapner ist 48 Jahre alt. Er arbeitet als ERP-Administrator und wohnt mit Frau und zwei Kindern in Biedenkopf. Er engagiert sich in der Bewegung „weiterdenken-marburg.de“ und steht Backland.News hier für ein Interview rund um die Corona-Krise zur Verfügung.

Rüdiger, was ist das Ziel von weiterdenken-marburg?

Da kann ich unser Positionspapier zitieren: ‚Wir fordern intelligente und sinnvolle Strategien der Gesundheitsvorsorge ohne Angstmacherei – und Runde Tische in Medien und Politik, damit alle kompetenten Meinungen wirklich gehört werden.  Wir wollen eine freie, faire Presse und sachliche Berichterstattung. Die derzeitige Ausgrenzung und Diffamierung von kritischen Wissenschaftlern und Bürgern ist in einer Demokratie untragbar.‘

Die aktuellen Einschränkungen laut den Zahlen unabhängiger Experten seien der Lage nicht angemessen, heißt es auf der Website. Und inzwischen räumt ja auch der Gesundheitsminister selbst ein, dass die Maßnahmen im Lockdown nach heutiger Sicht überzogen gewesen seien.

Und das sind sie immer noch!  Man beachte: Im Moment sind etwa ein Prozent aller Tests positiv – und bei einem Prozent liegt auch die Fehlerquote dieses Tests.
Etwa 80 Prozent der positiv getesteten Personen werden zudem überhaupt nicht krank! Und selbst in Pflegeheimen liegt diese Quote noch bei rund 30 Prozent. Und wenn man sich die realen Zahlen anschaut dann ist festzustellen, dass diese in Deutschland keine erhöhte Sterblichkeit belegen.

Keine erhöhte Sterblichkeit?

Aktuell verzeichnen wir beispielsweise hierzulande rund 200 Unfalltote weniger als normal. Denn jeder, der ‚an oder mit Corona‘ stirbt, wird als Coronatoter geführt. Wenn jemand einen tödlichen Autounfall erleidet und positiv auf das Virus getestet wird, dann haben wir keinen Unfalltoten sondern ein Coronaopfer. Die Stadt Krefeld musste beispielsweise ihre Coronatotenstatistik korrigieren. Eine Person mit positivem Coronatest die davon längst wieder genesen war, starb an einer Vorerkrankung, musste aber als Covid 19-Toter eingetragen werden. So wird die Gefährlichkeit wie auch die Sterblichkeitsrate künstlich in die Höhe getrieben.  

Erste Maßnahmen (etwa das Absagen von Großveranstaltungen) erschienen durchaus sinnvoll, heißt es in Ihrer Bewegung.

Ja. Aber heute wissen wir, dass Covid 19 zwar eine gefährliche Erkrankung ist, aber kein Killervirus, das eine globale Knebelung und einen weltweiten Wirtschafts-Zusammenbruch rechtfertigen würde.

Weltkarte mit Stempel "temporarily closed".
„Heute wissen wir, dass Covid 19 zwar eine gefährliche Erkrankung ist, aber kein Killervirus, das eine globale Knebelung und einen weltweiten Wirtschaftszusammenbruch rechtfertigen würde.“

Die Schäden der Maßnahmen übersteigen inzwischen bei Weitem den Nutzen. Und wir fürchten, dass unsere Freiheitsrechte dauerhaft in Gefahr sind. Wir sind immerhin mündige Bürger und können eigenverantwortlich agieren und leben.

Was ist noch falsch gemacht worden?

Wir wissen heute, dass zu frühes Beatmen falsch ist und die Sterblichkeit erhöht. Falsche Therapien sind angewandt, falsche Medikamente verabreicht worden. Und es wird Angst geschürt durch unangemessene Maßnahmen und Einschränkungen. Manche denken immer noch, die Menschen ‚sterben weg wie die Fliegen‘, dabei sind die Kliniken leer. Die Zahl der Todesopfer ist bei weitem nicht so besorgniserregend, wie die Maßnahmen glauben machen.
Was viele nicht wissen: Der vielzitierte ‚R-Faktor‘ basiert auf reinen Schätzungen. Er wurde dreimal umgearbeitet, trotzdem schaffte man es nie, groß über den Wert ‚1‘ zu kommen.

Was fordern Sie konkret?

Wie gesagt: die Möglichkeit, eigenverantwortlich vorgehen zu dürfen – eingeschlossen eine freie Impfentscheidung und eine sofortige Beendigung der epidemischen Lage mit nationaler Tragweite.
‚Weiterdenken-Marburg‘ fordert die Unabhängigkeit der Politik von wirtschaftlichen Lobbyinteressen. Wir denken, die Menschenwürde und Menschlichkeit sind auf diesem Planeten oberstes Gebot.

Es heißt auch, Sie wollen eine „freie, faire Presse und sachliche Berichterstattung“. Sehen Sie das derzeit nicht gegeben?

Die Pressefreiheit wurde offiziell nicht eingeschränkt. Aber warum berichten 97 Prozent einseitig, unausgewogen und Angst machend? Auf https://swprs.org/ (Swiss Policy Research) werden Fakten dargelegt – die zeigen in vielen Punkten eine andere Wahrheit.

Gibt es ein Beispiel?

Um nur eines zu nennen, schauen wir die Schweden an: Seit Juni hat Schweden, das weder eine Sperre noch ein Gesichtsmaskenmandat eingeführt hat, eine unterdurchschnittliche Gesamtsterblichkeit zu verzeichnen. Covid-Krankenhausaufenthalte und Todesfälle sind nahe Null. Schweden verfügt über eine der niedrigsten Intensivbettenkapazitäten in Europa, zwei Mal weniger als Italien und fünfmal niedriger als Deutschland. Diese Kapazität wurde natürlich in Vorbereitung von Covid erhöht, aber das neu gebaute Covid Field Hospital in Stockholm blieb ungenutzt (ähnlich wie im Vereinigten Königreich und in den USA).

Und wie erklärt man diese vielen Toten – unter anderem in Norditalien?

Zum einen ist in der besagten Region der Altersdurchschnitt ungleich höher als in allen anderen italienischen Regionen. Zum anderen sprachen wir schon darüber, dass zu Beginn des Krankheitsausbruchs falsche Therapien angewendet wurden. Da kommt eins zum anderen. Die Krankenhäuser sind jedes Jahr in der Grippesaison an ihrer Belastungsgrenze. Es gab viele Maßnahmen die kontraproduktiv waren.

Was ist mit den Hygienemaßnahmen?

Hygienemaßnahmen sind wichtig und hilfreich. In Deutschland gibt es nach aktuellen Schätzungen jährlich bis zu 600.000 Krankenhausinfektionen. Das geht aus einer vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Studie hervor. Die Zahl der durch diese Keime verursachten Todesfälle liegt bei schätzungsweise 10.000 bis 20.000 pro Jahr. Das ist lange bekannt und wäre mit besserer Hygiene recht einfach zu vermeiden. Danach kräht aber kein Hahn. Aber wenn 9.000 ‚an oder mit Covid 19‘ sterben, haben wir ein ‚Killervirus‘ das massivste Einschränkungen erfordert und rechtfertigt?

Was mag dahinter stecken?

Bundestagspräsident Schäuble plädiert beispielsweise dafür, die Corona-Krise zu nutzen, um die EU von einer Währungs- zu einer Wirtschaftsunion ausbauen. Es brauche ‚heute den Mut, den wir in der Krise 2010 nicht hatten, um endlich zu mehr Integration in der Eurozone zu kommen‘, schreibt er in einem Gastbeitrag für die ‚FAZ‘.
Die Bürger sind, wenn sie Angst haben, bereit, Entscheidungen hinzunehmen, die sie in ‚Normalsituationen‘ nicht zu akzeptieren bereit wären.

Mann, Mitte 40, mit Brille und kariertem Hemd. Porträtfoto
Der Biedenkopfer Rüdiger Schapner engagiert sich bei www.weiterdenken-marburg.de. (Foto: privat)

Fortsetzung folgt

Der zweite Teil des Interviews mit Rüdiger Schapner ist auf dieser Seite zu finden. Das Interview führte Sibylle Bamberger.