„Unsere Wettläufer müssen ihre Form konservieren“

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Morgens um 5.30 Uhr, direkt nach den Böllerschüssen, wären die beiden Wettläufer bereits in den Straßen und Gassen von Buchenau unterwegs gewesen, um die Bürgerschaft mit ihren „Platzkonzerten“ endgültig zu wecken. Anschließend hätten sie gemeinsam mit dem Grenzgangkomitee Jens Wege (Grenzgangmohr) abgeholt. Mit den beiden Sappeuren, Volker Hedderich und Thomas Pracht, an der Spitze hätte sich dann gegen 7 Uhr der Zug der Grenzgänger in Bewegung gesetzt… Die Termine sind ohne all das verstrichen.

Ein Jahr verschoben

Nachdem coronabedingt so vieles umgeplant werden musste, wird das beschriebene und lang erwartete Szenario im Buchenauer Grenzgang nun erst am dritten Juliwochenende des kommenden Jahres zu sehen und zu erleben sein.
So müssen die Hauptakteure des Buchenauer Grenzgangfestes ihre sportliche Form sozusagen „konservieren“ und bis ins nächste Jahr halten.

„Einzigartiges Fest“

„Mohr“ Jens Wege ist 45 Jahre alt, verheiratet und hat Vater zweier Kinder. Das repräsentative Amt führt er bereits zum zweiten Mal aus. Als Hobbys gibt er Motorradfahren sowie Dart- und Schießsport an. „Ich bin stolz darauf, Buchenau bei einem solch einzigartigen Fest zu repräsentieren. Auch wenn es jetzt noch ein Jahr dauert“, sagt er.

Autoaufkleber mit Grezganglogo
Die Autoaufkleber künden von dem großen Ereignis, das leider um ein Jahr verschoben werden musste.

Lars Heerdegen ist 27 Jahre alt und Buchenauer durch und durch. Sport-Schießen, Laufen und Fahrradfahren gibt der Vorsitzende des Schützenverein Buchenau als Hobbys an. „Durch die langjährige Arbeit meines Vaters Frank im Vorstand des Grenzgangvereins bin ich praktisch in das Grenzgangleben ‚hineingeboren‘ worden. Deshalb stand schon recht früh fest, dass ich einmal Wettläufer werden wollte. Jetzt dauert unser erster Auftritt in der blau-weiß-roten Montur leider noch ein Jahr.“

Peitschen schwingen

Niklas Reisch ist ebenfalls 27 Jahre alt. Er bewegt sich leidenschaftlich gern auf zwei Rädern und liebt das Motorrad- und Mountainbike-Fahre. „Ich habe bei den vorausgegangenen Grenzgängen die Wettläufer stets bewundert. Wie sie mit einer bestimmten Technik die meterlangen Lederschnüre an den Peitschen mit Hilfe von Schnüren zum ‚platzen‘ gebracht haben, hat mich begeistert. Das wollte ich auch mal können. Jetzt kann ich es, muss aber leider noch ein Jahr warten, bis ich es in der Wettläufer-Montur zeigen kann“, sagt er. „Corona hat uns allen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht.“

5 Männer im Wald. Mit Äxten und Peitschen trainieren sie.
Jetzt gilt es für die Akteure, ihr Fitness-Level bis ins nächste Jahr beizubehalten. (Foto: privat)

Volker Hedderich ist bereits zum vierten Mal Sappeur. Er ist 57 Jahre alt, verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Demnächst wird er auch Opa. Der erfahrene Grenzgänger reitet, tanzt und wandert gern in seiner Freizeit. Thomas Pracht ist 30 Jahre alt und zum zweiten Mal Sappeur. Fußball, Wandern und Freunde treffen gehören zu seinen liebsten Freizeitbeschäftigungen. Das Motto der beiden lautet: „Wir machen den Weg frei für euch“. Deshalb tragen die Sappeure auch Lederschürzen und führen Äxte mit sich, damit sie bei Bedarf den Weg der Grenzgangschar bereiten können.

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