Exponat des Monats: Sammlung von Trachten-Teilen

In Biedenkopf, Kunst und Kultur by RedaktionLeave a Comment

Spannende Teile, die wahre Geschichten erzählen, sind diesmal zu sehen: Das Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf bietet nach der Wiedereröffnung nun wieder ein monatliches Exponat. Jetzt, im Juni, ist es eine Sammlung von Trachten, die in Katzenbach und Friedensdorf getragen wurden. Bei den gezeigten Stücken handelt es sich um Teile der Tracht des „Amtes Biedenkopf“. Marcus Henkel aus Marburg hat die Kleidungsstücke gestiftet, die von seiner Urgroßmutter und Urgroßtante getragen wurden.

Ein Wechsel

Dass es sich um eine Tracht des Amtes Biedenkopf handelt ist insofern bemerkenswert, da die Menschen in Katzenbach, wie in anderen Orten des Hinterlandes, bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann, die Ämtertracht zugunsten der Marburger evangelischen Tracht abzulegen.
Die an das Museum übergebene Sammlung ist umfangreich, aber nicht vollständig. Hier fehlen Wäschestücke wie etwa Hemden, Strümpfe oder Schuhe, die als Unterkleidung wohl nicht erhaltenswert erschienen oder in die neue Alltagskleidung übernommen wurden.

Auch für die Kleinen

Als besondere Objekte sind drei Kinderhäubchen hervorzuheben. Auch ein Trauermäntelchen das früher bei einer Beerdigung getragen wurde, hat sich erhalten.

Trachtenteile aus dem 19. Jahrhundert
Beim Exponat des Monats Juni handelt es sich um eine Sammlung von Trachten-Teilen des sogenannten Amtes Biedenkopf. (Foto: Landkreis)

Personalisierte Trachtenstücke weisen auf die ehemaligen Trägerinnen hin. So heißt es auf einem der beiden Tücher in weißer Stickerei und weißer Blütenborte: „chrisdine Pitz in Katzenbaeh auf meinen liben gott trau ich in angst un 1891“. Es handelt sich um die erste Zeile des Kirchenliedes „Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not“. Die Stickerin hat sich offenbar mit dem zur Verfügung stehenden Platz verschätzt, sodass das Ende fehlt.

Reduzierte Zeiten

Das Hinterlandmuseum startet die Museumssaison wegen des Coronavirus mit einer reduzierten Öffnungszeit. Weiteres findet sich auf der Seite www.marburg-biedenkopf.de unter „hinterlandmuseum“.

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