Buchenauer werfen Feuchttücher ins Klo

In Allgemein by Redaktion

Um die Abwassergebühren niedrig halten zu können, ist störungsfreie Funktion der Kanalisation wichtig. Zunehmend aber sehen sich Anlagenbetreiber damit konfrontiert, dass Bürger Dinge wie Feuchttücher, Damenhygiene-Artikel oder gar Windeln ins Klo werfen und übers Abwasser entsorgen wollen. Solcherlei gehört aber über den Restmüll entsorgt und hat in der Toilette nichts verloren! Und nur wenige Verbraucher scheinen zu wissen, dass gesetzliche Vorschriften die Entsorgung von Feuchttüchern und dergleichen über die Toilette untersagen.

Auch nicht bei „Corona“

Selbst angeblich abbaubare Ökotücher eignen sich dafür nicht; denn der Verbleib in der Kanalisation ist viel zu kurz, als dass der Zersetzungsprozess ausreichend wäre. Solche Abfallprodukte in der Kanalisation sind vielmehr zunehmend ein Problem für die Abwassertechnik. Und auf keinen Fall – Klopapiermangel hin oder her – sind Feuchttücher eine Alternative für normales WC-Papier. Jedenfalls nicht in der Kanalisation!

Die Buchenauer sind’s

Allein die Berliner Wasserbetriebe beispielsweise erleiden durch dieses Fehlverhalten Schäden von bis zu 800.000 Euro pro Jahr. So hoch ist das Problem bei der Gemeinde Dautphetal sicher nicht zu beziffern, gleichwohl hat diese mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen und ebenfalls hohe Kosten.
Hauptsächlich betrifft dies die Buchenauer Verbraucher. Denn schon wiederholt musste die Pumpstation in dem Ortsteil gereinigt oder repariert werden, weil Tücher diese blockiert oder beschädigt haben.

Tücher „verzopfen“

In anderen Ortsteilen agieren die Bürger ähnlich unbedacht; aber in Buchenau muss das Abwasser erst noch einmal durch eine Pumpstation bevor es in die Kläranlage geleitet wird. Und genau da kommt es zu sogenannten Verzopfungen, die quasi von Hand gelöst werden müssen. Die Kosten hierfür belaufen sich auf etwa 1.000 bis 1.500 Euro für die reine Säuberung, solange keine Schäden entstehen.

Kanal mit Schläuchen und Rohren und halb mit Wasser gefüllt
Um die Abwassergebühren niedrig halten zu können, ist störungsfreie Funktion der Kanalisation wichtig. (Foto: Bernhard Kuehholzer)

Wenn die Dautphetaler also künftig auf massiv steigende Abwassergebühren verzichten möchten, sollten sie besser darauf achten, dass nur Toilettenpapier in den WCs landet – keine Vlies-, Feuchttücher, Binden, Windeln oder gar textile Teile.