„Blutzucker und Orangenhaut“

In Bad Laasphe by Redaktion

Spätestens in der Klasse 9 beginnt der sprichwörtliche „Ernst des Lebens“. Schon die Halbjahreszeugnisse sind schließlich in vielen Fällen Bewerbungszeugnisse. Damit Schüler aber überhaupt eine sinnvolle Berufsentscheidung treffen können, müssen sie (lange vor dem Schulabschluss) wissen, unter welchen Ausbildungsangeboten sie regional wählen können.

Immer früher

Unternehmen fangen immer früher an, nach geeigneten Ausbildungskandidaten zu suchen. Den Schulen ist natürlich daran gelegen, ihren Schülern für die Zeit nach dem Abschluss praktikable Perspektiven zu bieten. Die Realschule Schloss Wittgenstein hatte daher Besuch von „Ausbildungsbotschaftern“ aus verschiedenen Unternehmen. Es handelt sich dabei um Azubis, die ihre Betriebe öffentlich vertreten und auch dabei helfen, geeigneten Nachwuchs zu finden.

4 Schülerinnen und 2 Schüler sitzen um einen Tisch und ein Junge injiziert eine Flüssigkeit in eine Orange. Die anderen schauen zu.
Die Schüler wissen nun, wie eine Injektion gesetzt wird. Unter die Orangenschale – „fast wie Haut“. (Foto: privat)

Anna Schur und Rebecca Koch sind im letzten Ausbildungsjahr zur Pflegefachfrau. Sie haben verschiedene Fachabteilungen kennengelernt, hatten theoretischen Blockunterricht in Siegen und werden sich in Zukunft um Patienten und Angehörige kümmern. Die beiden hatten anschauliches Material mitgebracht – vomFingerkuppen-Piekser, übers Blutzzuckermessgerät bis hin zu Spritzen und Orangen. Die Schüler wissen nun, wie eine Injektion gesetzt wird. Unter die Orangenschale – „fast wie Haut“.

Stimmt die Kohle?

Lea Sittler beispielsweise wird Industriekauffrau und berichtete vom Aufbau unter anderem von ihrer praktischen und schulischen Ausbildung, den Anforderungen bis zu den Verdienstmöglichkeiten. Ihr Rat: im Betrieb nach einem freiwilligen Praktikum fragen. Zur Orientierung, zum gegenseitigen Kennenlernen und für bessere Chancen im Bewerbungsverfahren.

Eigene Initiative

Niko Schmidt und Laura Schneider hingegen erklärten unter anderem, wie eine gut gemachte Bewerbung aussieht. Gelernt haben die Schüler und Schülerinnen der Realschule Schloss Wittgenstein mindestens zwei Dinge: Wer seinen Wunschberuf haben will, muss früher anfangen. Und: Ohne eigene Initiative wird es nicht gehen bei der Berufswahl.