Wo liegt das Problem des Perfstausees?

In Breidenstein by Redaktion

Endlich: Am morgigen Freitag, 3. Januar, sollen die Ursachen dargelegt werden, aufgrund derer der Perfstausee nicht mehr dauerhaft die nötige Wasserqualität aufweist, um als Badesee zugelassen werden zu können. Um 19 Uhr lädt dazu der Ortsbeirat Breidenstein ins örtliche Bürgerhaus ein.

Ergebnisse vorstellen

Zu dieser Informationsveranstaltung der Hochschule Koblenz, werden deren abschließenden Ergebnisse der aufwendigen Untersuchungen vorgestellt.
Ob der Perfstausee eventuell doch wieder zum Badesee werden kann, untersuchen seit 2017 Wissenschaftler der Hochschule Koblenz. Ziel: herausfinden, woher genau die Keime kommen, die das Gewässer bei Breidenstein immer wieder – besonders nach Starkregen – belasten. Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz mit Wohnsitz in Breidenstein, hat sich für die Untersuchung eingesetzt. Die Probleme des Sees seien zu komplex, um hier Abhilfe zu schaffen, lautete seinerzeit die lapidare Einschätzung des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG).

Der im Bau  befindliche Perfstausee. Erdarbeiten. Ein Bagger. Im Rohbau das Stauwerk.
Mit so vielen Hoffnungen – auch für die Freizeitnutzung – wurde das Hochwasserrückhaltebecken seinerzeit gebaut. (Archivfoto: Roger Schmidt)

Das wollten die Wissenschaftler so nicht einfach stehenlassen. Sie haben zunächst Karten und Satellitenaufnahmen ausgewertet und überprüft, wo es landwirtschaftliche Betriebe und wo Regenüberlaufbecken gibt. Die Studenten waren aber natürlich auch selbst vor Ort, haben Wasserproben gezogen – auch von kleineren Zulaufgewässern. Auch das Vorbecken des Stausees – das heutige Naturschutzgebiet – war Objekt der Untersuchungen. Ursprünglich sollte dieses Becken das ankommende Wasser beruhigen. Sedimente und damit auch Verunreinigungen sollten sich im Vorbecken absetzen. Diese Funktion scheint aber beeinträchtigt, weil das Becken flacher geworden ist. Und auch die als Wasserpest bekannte Pflanze Elodea kann eine Rolle spielen. Denn die Pflanze, die vermutlich durch illegal entleerte Aquarien in heimische Gewässer eingebracht wurde, führt seit über zehn Jahren immer wieder zu Problemen im See.

Ist es die Kanalisation?

Wie gesagt: Die Möglichkeiten und Ursachenquellen sind vielfältig. Und ob die mangelnde Qualität daran liegt, dass die Mischwasser-Kanalisation überlastet ist und immer wieder keimbelastetes Wasser in die Perf leitet, das soll am Freitag geklärt werden. Interessierte sind willkommen.