Schüsse auf zwei Linienbusse!

In Nachbarkreis, Polizeiberichte by Redaktion

Das waren doch Schüsse! Vergangene Woche meldete sich ein Busunternehmer bei der Polizei. Jeweils eine Scheibe von zwei Bussen wies Beschädigungen auf, die offensichtlich von Schüssen herrührten. Die Fahrer erklärten, dass der Täter mutmaßlich beim Vorbeifahren aus einem entgegenkommenden Pkw geschossen hatte.

Schüler fuhren mit

Hierbei wurden jeweils die Außenscheiben eines doppeltverglasten Fensters beschädigt. Geschosse drangen nicht ins Innere der Busse ein. In einem Fall handelte es sich um eine Leerfahrt, im zweiten Bus saßen zur Tatzeit neben dem Fahrer aber auch Schüler. Die Fahrer konnten auf der Herborner Polizeidienststelle erste Erkenntnisse zu einem konkreten Tatfahrzeug machen. Weitere Ermittlungen führten letztlich zu einem 43-jährigen Mann, der im Landkreis Gießen lebt.

Mann festgenommen

Die Staatsanwaltschaft in Wetzlar erwirkte Durchsuchungs-Beschlüsse für die Wohnung sowie die Arbeitsstelle des dringend Tatverdächtigen. Polizisten der Kriminalpolizei Wetzlar nahmen den Mann vorläufig fest und vollstreckten die Beschlüsse, wie es in der gemeinsamen Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Wetzlar und der Polizeidirektion Lahn-Dill heißt.

Auto. Blau. Aus der offenen Scheibe ragt der Arm eine Fahrerin, die eine Waffe hält.
Der Täter hat mutmaßlich beim Vorbeifahren aus einem entgegenkommenden Pkw geschossen. (Symbolfoto: Adina Voicu)

Die Ermittler stellten Schusswaffen, die der dringend Tatverdächtige legal besitzt, Bekleidungsstücke, Datenträger sowie das mögliche Tatfahrzeug sicher. Die kriminaltechnischen Untersuchungen und Auswertungen dauern derzeit noch an. Nach einer ersten Einschätzung der Ermittlungsbehörden liegt das Motiv in einer geschäftlichen Konkurrenzsituation.

Hohe Kaution

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde der 43-Jährige einer Haftrichterin vorgeführt. Sie erließ Untersuchungshaftbefehl wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes. Sollte eine Kaution in Höhe von 100.000 Euro hinterlegt werden, könnte der Haftbefehl unter Auflagen außer Kraft gesetzt werden. Derzeit sitzt der dringend Tatverdächtige in einer hessischen Untersuchungshaftanstalt ein.