„Man kann sich die Armut kaum vorstellen“

In Aus der Region by Redaktion

Krankenhausbetten, Wärmelampen für eine Entbindungsstation, ein elektrischer Pflegestuhl, ein Sauerstoffgerät, eine OP-Leuchte, Sondenpumpen… all dies kann Dieter Heinzel, der seit Jahrzehnten ehrenamtlich für die Auslandshilfe des Bundes der Freien evangelischen Gemeinden (FeG) arbeitet, gut gebrauchen und nimmt es dankend vom DRK-Krankenhaus in Biedenkopf an. „Man kann sich gar nicht vorstellen, wie groß die Armut in vielen osteuropäischen Ländern ist und auf welchen Betten die Menschen dort im Krankenhaus liegen. Vor vielen Jahren haben wir eine Klinik in Bulgarien mit über 50 Betten beliefert. Die Direktorin hat vor Glück geweint“, sagt der 81-Jährige.

Wo es gebraucht wird

„Alle medizinischen Geräte sind gewartet und einsatzfähig, können nur aufgrund geänderter Richtlinien in Deutschland nicht mehr genutzt werden. Wir freuen uns, dass unsere Spende dort ankommt, wo sie benötigt wird. Schließlich leistet die FeG seit über 30 Jahren Auslandshilfe und hat allein im letzten Jahr 700 Tonnen Hilfsgüter an Bedürftige verteilt“, weiß Pflegedienstleiter Volker Burk.

Überfallen und beraubt

Dieter Heinzel wurde schon überfallen und ausgeraubt, arbeitete in der Nähe eines Kriegsgebietes, hatte ungebetene Gäste an Bord; und auch Streitigkeiten mit dem Zoll waren an der Tagesordnung. All das hält ihn nicht ab. Der ehemalige Inhaber einer Spedition und leidenschaftliche Lkw-Fahrer fuhr bereits in der Anfangszeit der Auslandshilfe mit seinen Lastwagen kostenlos quer durch Deutschland und sammelte Hilfsgüter ein. Als der gläubige Christ vor 21 Jahren in Rente ging, war für ihn klar: „Ich habe so viel Segen im Leben erlebt, dass ich nach dem Arbeitsleben für andere da sein will“ und richtete ein Gebet an Gott. Zwei Wochen später erhielt er dann im tiefen Winter eine Anfrage, ob er nicht mit einem 40-Tonner nach Bulgarien fahren könne. Er konnte.

Vier Männer vor einem offenen Lkw mit dem Hilfsgüter transportiert werden sollen.
Freuen sich, dass die medizinischen Geräte in armen Regionen gute Dienste tun werden: Dieter Heinzel, Volker Burk, Rolf Gerhardt und Marvin Donges (v. l.) (Foto: DRK)

Zehn Jahre lang fuhr Heinzel alle sechs bis acht Wochen nach Albanien, in den Kosovo, Mazedonien, Bulgarien, Rumänien, die Ukraine, Polen, Griechenland, Moldawien und nach Ungarn. Dort wurden christliche Gemeinden Krankenhäuser, Seniorenheime und Kindergärten mit Hilfsgütern (Kleidung, Lebensmittel, Hygieneartikel, Medikamente, Medizinprodukte, Möbel und vielem mehr), beliefert: alles Spenden.

200 Freiwillige

Mit 70 Jahren war mit den Auslandseinsätzen Schluss. Seit 2010 ist der Ehrenamtler allerdings immer noch regelmäßig in Deutschland unterwegs. Insgesamt arbeiten 200 ehrenamtliche Helfer für die FeG-Auslandshilfe, genauso viele wie für den DRK-Kreisverband Biedenkopf