Exponat des Monats: 333 Jahre alt

In Biedenkopf, Kunst und Kultur by RedaktionLeave a Comment

Stolze 333 Jahre alt ist das Exponat des Monats November im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf. Ein sehenswertes Stück. Es handelt sich um eine prachtvolle Bibel aus dem Jahr 1686, nach der deutschen Übersetzung von Martin Luther. Gestiftet wurde das Schätzchen von Crescentia Reithmeier aus Hartenrod.

Eine Prachtausgabe

Das Bibel-Exemplar erschien 1686 bei dem Buchdrucker und Buchhändler Balthasar Christoph Wust in Frankfurt am Main. Es hat ein großes Format und ist als Prachtausgabe angelegt. Die Bibel enthält neben dem Alten und dem Neuen Testament auch die sogenannten Apokryphen (Spätschriften, die nicht in den biblischen Kanon aufgenommen wurden). Das aufwändige Titelkupfer zeigt entsprechend Darstellungen aus dem Alten und Neuen Testament von der Schöpfung bis zum Weltgericht.

Der Text ist durchgehend mit Illustrationen aus Holzschnitten versehen.  (Foto: Hinterlandmuseum)

Der Text ist durchgehend mit Illustrationen aus Holzschnitten versehen. Diese gehen auf das 16. Jahrhundert zurück und waren stilistisch bereits veraltet.
Eine Bibel war nach der Einführung der Reformation in allen Pfarrhäusern, aber auch in meisten Privathäusern des Hinterlandes vorhanden. Im Hinterland waren in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts vor allem die Ausgaben des Verlegers Balthasar Christoph Wust verbreitet. Aus schriftlichen Quellen ist bekannt, dass sie in den Pfarrhäusern von Hartenrod, Oberhörlen und Wallau benutzt wurden. Auch das von Wust herausgegebene Exemplar, das nun Exponat des Monats ist, war von Anfang an in Hartenrod im Gebrauch.

Ganz persönlich genutzt

Dies belegen umfangreiche Notizen der Besitzer über Geburten, Heiraten und Sterbefälle in der Familie. Der erste Eintrag in dem 1686 gedruckten Buch erfolgte bereits vor 1699, der letzte Eintrag erfolgte 1858. Die Bibel war demnach zuerst im Besitz der Familie Debus. Durch Heirat kam sie dann 1788 an die Familie Rinck. Die Besitzer haben nicht nur ihre Familienchronik, sondern auch biblische Verse notiert. Dazu gehören etwa Texte zur Beerdigung oder Worte aus Psalmen.

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