Verdachtsfall: Übertragung von Fleckfieber durch „Riesenzecke“

In Gesundheit, Nachbarkreis by RedaktionLeave a Comment

Anfang August wurde das Kreisgesundheitsamt vom Kreisklinikum Siegen über einen Patienten informiert, der von einer „Riesenzecke“ gestochen worden war und wegen unklarer Beschwerden das Klinikum aufgesucht hatte. Er hatte Tage zuvor auf Eigeninitiative die Zecke nach dem Stich zur Untersuchung an die Universität Hohenheim (bei Stuttgart) geschickt, die eine entsprechende Forschungsabteilung hat.

Die Riesenzecke“ war Trägerin des Fleckfiebererregers. (Foto: Adam Cuerden, Wikipedia)

Die Zecke wurde vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass die „Riesenzecke“ den Fleckfiebererreger in sich trug. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Patient damit angesteckt wurde.
Nach der bundesweiten Berichterstattung über diesen Fall erreichen das Kreisgesundheitsamt zahlreiche Anfragen bezüglich Verhaltensregeln geht.

Was tun?

Grundsätzlich muss davon ausgegangen werden, so das Kreisgesundheitsamt, dass diese „Riesenzecken“ künftig zwar in Deutschland immer wieder auftreten, aber zurzeit deutlich seltener sind als die heimischen Zeckenarten, die auch Krankheitserreger wie Borreliose übertragen können. Da die aus südlicheren Regionen zugewanderten Zecken deutlich größer sind – deshalb der landläufige Name „Riesenzecke“ – sind sie wesentlich leichter zu erkennen.
Zum Schutz vor ihnen gelten die gleichen Verhaltenstipps wie vor den einheimischen Zecken: Im Freien, speziell in Wäldern und auf Wiesen, lange Hosen und langärmelige Hemden tragen und anschließend die Haut gezielt absuchen.

Tierställe meiden

Für die neuen „Riesenzecken“ scheint zudem nach aktuellem Kenntnisstand ein erhöhtes Risiko in Tierställen, insbesondere in Pferdeställen, zu bestehen. Sollte jemand von einer „Riesenzecke“ gestochen werden, sollte er diese möglichst rasch entfernen und idealerweise in einem geschlossenen Behältnis an die Uni Hohenheim schicken. Alle Informationen dazu finden Interessierte hier.

Der Grippe ähnlich

Außerdem sollten Betroffene spätestens beim Auftreten von Beschwerden, die durchaus grippeähnlich sein können, einen Arzt aufsuchen und von dem Stich durch eine Riesenzecke berichten. Fleckfieber ist grundsätzlich sehr gut mit Antibiotika behandelbar.

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