Die „Lottofee“ hat manchen Grenzgang miterlebt

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„An den Grenzgang habe ich sehr schöne und positive Erinnerungen“, sagt Karin Tietze-Ludwig im Gespräch mit Backland.News-Redakteurin Sibylle Bamberger und erzählt von der ersten Liebe, die sie im Grenzgang erlebt hat und von teilweise anstrengenden Märschen zu den Frühstücksplätzen. „Manches Mal bin ich sehr früh aufgestanden, um bei der Aufstellung auf dem Marktplatz mit dabei zu sein“, sagt die ehemalige Biedenkopferin, die bundesweit und darüber hinaus als „Lottofee“ bekannt ist.

„Lottofee“ Karin Tietze-Ludwig sprach mit Backland.News-Redakteurin Sibylle Bamberger über den Grenzgang, die Heimatverbundenheit und die Entwicklung der Stadt Biedenkopf. (Foto: Marco Möller/HR)

Karin wurde nämlich in Siegen geboren und wuchs in Biedenkopf auf. Nach ihrem Abschluss an der Lahntalschule war sie als Fremdsprachensekretärin in der PR-Abteilung einer amerikanischen Fluggesellschaft tätig. (Ihr Vater hatte ihr verboten, Stewardess zu werden.) Sie nahm aber zeitgleich Schauspiel- und Sprechunterricht an der Musikhochschule in Frankfurt und wurde 1964 Ansagerin beim Fernsehen des Hessischen Rundfunks.
1966 heiratete sie den Journalisten und Redakteur Hans-Jürgen Tietze. Zwischen 1967 bis 1971 wechselte sie sich mit einer Kollegin bei der Moderation der Ziehung der Lottozahlen ab und wurde dadurch bundesweit bekannt. Insgesamt moderierte Karin Tietze-Ludwig die Sendung über drei Jahrzehnte lang.

„Die Erinnerungen bleiben“

Inzwischen ist die Lottofee über 70 und wohnt schon lange in der Nähe von Frankfurt. Durch ihre berufliche Tätigkeit sei sie halt auch ein Großstadtmensch, sagt sie. Auch kulturell habe die Region um die Mainmetropole natürlich viel zu bieten. Dennoch habe sie das Hinterland mit seinem ländlichen Flair stets geschätzt und die Erinnerungen „werden auch immer bleiben“. „Ich habe noch eine Freundin, die in der Nähe wohnt, die besuche ich hin und wieder“, erzählt die ehemalige Moderatorin weiter und dass sie auch schon einige Klassentreffen mit ehemaligen Mitschülern der Lahntalschule besucht hat.

„Sparen an falschen Ecken“

„Biedenkopf hat solches Potenzial“, sagt sie im Gespräch und beschreibt den ersten Blick auf den Schlossberg, wenn sie sich aus Richtung Marburg dem Städtchen nähert. „Es ist allerdings wahnsinnig bedauerlich“, so  führt sie weiter aus, „dass man nichts daraus gemacht hat. Aus dem ehemaligen Luftkurort ist ein ‚No-Go‘ geworden“. Und sie fährt fort: „Die Gegend hat sämtliche Reize – auch landschaftlich. Und alle sieben Jahre wird Biedenkopf herausgeputzt; aber das reicht leider nicht.“
Es werde augenscheinlich, so ist sie überzeugt, an den falschen Ecken gespart.

„Ich war ja früher ständiger Gast im Biedenkopfer Freibad“, lässt Karin Tietze-Ludwig im Gespräch wissen. (Foto: Sibylle Bamberger)

„Ich war ja früher ständiger Gast im Biedenkopfer Freibad“, lässt sie wissen und ist beruhigt, als sie hört, dass dieses noch existiert und sich in sehr gepflegtem Zustand befindet. „Mein Herz hängt noch halb in Biedenkopf“, meint sie, die auch öfter noch das Grab ihrer Eltern im Lahnstädtchen besuchen kommt.

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