Von Wechselfallen-Schwindlern und anderen Straftätern

In Marburg, Polizeiberichte by Redaktion

Geschickt abgelenkt:

„Ablenken und die Situation ausnutzen und dann mit großem Geld einen geringen Betrag bezahlen und dabei ständig neue Wechselwünsche äußern – das ist ein ganz typisches Vorgehen von Wechselfallenschwindlern!“ Genau einem solchen Betrüger ging am Sonntag gegen 15.50 Uhr, die Bedienung eines Gastronomiebetriebs in Marburg auf den Leim. Der etwa 50 Jahre alte, 1,85 bis 1,90 Meter große, glatzköpfige Mann reichte zum Bezahlen seines einzigen Getränks einen 50 Euro-Schein.
Dann hatte er plötzlich doch Kleingeld, nahm den Schein zurück, bezahlte und bat zeitgleich in seinem schlechten Deutsch darum, den 50 Euro Schein zu wechseln. Da er die Bedienung gleichzeitig weiter ablenkte, gelang es ihm, den 50er in seiner Kleidung verschwinden zu lassen. Als die Bedienung nach dem Schein fragte, zeigte der Mann sein leeres Portemonnaie und machte klar, dass er den Schein doch bereits übergeben hat. Aufgrund der dauernden Ablenkung und weil insgesamt viel los war, glaubte die Bedienung ihm.
Der Mann verließ die Gaststätte dann auch ohne Eile. Die 50 Euro fehlten in der Kasse. Die Polizei ermittelt und bittet um Hinweise, die zur Identifizierung des Betrügers beitragen könnten. Der Mann fiel durch einen silbernen Zahn im Kiefer auf. Er hatte gebräunte Haut und war ausländischer, eventuell rumänischer Herkunft. Er trug ein hellblaues, langärmeliges Hemd offen über einem weißen T-Shirt und eine blaue Chinohose. Kripo Marburg, Telefon: 06421/406-0.

Schlagstock und Pfefferspray:

Die Polizei Marburg nahm in der Nacht zum Montag zwei Männer als Tatverdächtige eines versuchten Einbruchs in der Gisselberger Straße in Marburg vorläufig fest. Insgesamt neun Polizeibeamte und der gezielte Einsatz von Pfefferspray und Schlagstock waren nötig, um die erheblichen Widerstand leistenden, polizeibekannten Männer im Alter von 32 und 37 Jahren festzunehmen. Zwei Polizeibeamte und die beiden Festgenommenen erlitten leichte Verletzungen.

Neun Beamte, Schlagstock und Pfefferspray waren nötig, um die Täter zu bändigen. (Foto: Bernhard Staerck)

Den 32-Jährigen hatte die Polizei bereits am Samstagnachmittag nach einem Einbruch vorübergehend festgenommen. Auch bei dieser Festnahme leistete der in Frankfurt gemeldete Deutsche erheblichen Widerstand und verletzte drei Polizeibeamte leicht. Nach der letzten Festnahme ordnete die Staatsanwaltschaft Marburg Blutproben an. Die Ermittlungen gegen die beiden Männer, die auch die Prüfung des Vorliegens der Voraussetzungen für einen Haft- oder Unterbringungsbefehl beinhalten, dauern derzeit noch an.
Die erste Begegnung mit dem 32-jährigen Deutschen war am Samstag. Der Mann trat in einem Studentenwohnheim eine Zimmertür ein, durchwühlte den Raum und stahl ein Laptop, Fotos, Schmuck, Wäsche und Bargeld. Die Polizei nahm den Mann außerhalb des Gebäudes fest, stellte die Beute sicher und gab sie zurück. Der mutmaßliche Täter halluzinierte und stand deutlich erkennbar unter dem Einfluss von Rauschgift. Sein bei der Festnahme geleisteter Widerstand erforderte den Einsatz von drei Streifen und führte zu drei leicht verletzten Polizeibeamten. Nach der erfolgten ärztlichen Behandlung gab es keine weiteren Festnahmegründe gegen den 32-Jährigen.
Seine Freiheit nutzte der Mann in der Nacht zum Montag für die nächste Tat. Er und ein 37 Jahre alter, ebenfalls hinlänglich polizeibekannter, in Äthiopien geborener Mann, nutzten das Betreten des Hauses Gisselberger Straße durch einen Anwohner aus und schlüpften mit hinein. Die Männer klingelten an diversen Türen und versuchten nach dem Öffnen durch einen Bewohner einzudringen. Der Anwohner konnte beide unter größter Kraftanstrengung draußen halten und rief die Polizei. Die stellte die beiden Männer vor dem Gebäude.
Bei der anschließenden Festnahme leisten beide Männer ganz erheblichen Widerstand, wobei der eine stets versuchte, den anderen zu befreien. Die Polizei musste sowohl Pfefferspray als auch den Schlagstock einsetzen, um die Festnahme zu ermöglichen. Letztendlich waren neun Polizeibeamte im Einsatz. Zwei erlitten dabei leichtere Verletzungen.
Beide standen augenscheinlich unter Alkohol- und/oder Drogeneinfluss.