Kirche mit den Händen tasten

In Marburg by Redaktion

Ab sofort können sich auch blinde und sehbehinderte Menschen eine Vorstellung von den Besonderheiten der Lutherischen Pfarrkirche machen. Oberbürgermeister Thomas Spies hat ein Tastmodell aus Bronze enthüllt, das die Kirche mit den Händen erfahrbar macht.

Oberbürgermeister Thomas Spies (rechts) enthüllt das neue Tastmodell der Lutherischen Pfarrkirche. (Foto: Patricia Grähling)

„Marburg ist auch eine Blindenstadt. Das Tastmodell an der Lutherischen Pfarrkirche ist ein weiterer Schritt, sehbehinderten und blinden Menschen eine barrierefreie Stadterkundung zu ermöglichen“, sagte der OB während der Übergabe. Kleinste Details sind in dem Tastmodell dargestellt und vermitteln so eine Vorstellung von der Architektur und dem Umfeld.

Auch weitere Gebäude

Erfahrungen mit den schon bestehenden Bronzemodellen in der Stadt – etwa am Landgrafenschloss oder der Elisabethkirche – zeigen, dass auch Sehende gerne Räume und Gebäude über das Tasten erfahren. „Durch die Berührung nehmen wir Dinge nochmal anders wahr. Das Tastmodell ermöglicht daher allen Menschen eine besondere Möglichkeit der Wahrnehmung“, so Spies.

„Marburg für alle“

Initiator des Bronzemodells war der Verein „Marburg für Alle“, der sich für die Förderung des Tourismus für Menschen mit Beeinträchtigungen einsetzt. „Wir wollen die Schönheiten unserer Stadt allen Menschen zugänglich machen“, erklärte die Vereinsvorsitzende, Dr. Theresia Jacobi, das Engagement. „Es ist ein weiterer Schritt zur Barrierefreiheit unserer Stadt. Und für uns war es ein logischer Schritt, der unsere Aktivitäten ergänzt.“ Denn der Verein hat bereits Routen entwickelt, die auf einfachen Wegen in die Oberstadt führen – dazu gibt es Begleithefte in Leichter Sprache. Daneben gibt es spezielle Routen für blinde und sehbehinderte Menschen und gehörlose Gästeführer.