25 Jahre Hochwasser-Rückhaltebecken

In Breidenbach, Breidenstein by Redaktion

Das 25-jährige Bestehen des Hochwasserrückhaltebeckens Breidenstein/Perf und das 40-jährige Bestehen des Wasserverbandes „Oberes Lahngebiet“ hat der Kreis in Biedenkopf unlängst begangen. Es gab eine Feierstunde im Schloss Biedenkopf. Hier wurde deutlich, dass Perfstausee und Wasserverband frühe Beispiele einer guten interkommunalen Zusammenarbeit sind.

Große Vorhaben

Grundlage für den anlagenbezogenen Hochwasserschutz im Einzugsgebiet der oberen Lahn waren die seit Ende der 1950er Jahre entwickelten Fachpläne der staatlichen Wasserwirtschaftsverwaltung im sogenannten „Generalplan Lahn“ und zuletzt der „Sonderplan Abflussregelung Lahn“ von 1973/74.

Das Hochwasser-Rückhaltebecken heute: der Perfstausee. (Foto: Landkreis)

Nach diesen Plänen sollten im Kreis Siegen-Wittgenstein vier Rückhaltebecken und im Landkreis Marburg-Biedenkopf bis zu fünf weitere Becken für den Hochwasserschutz entstehen – unter anderem bei Banfe, Bad Laasphe, Gönnern sowie eine größere Lahntal-Sperre bei Friedensdorf. Vor gut 40 Jahren, genau am 20. Juni 1979, gründeten die Kreise Siegen-Wittgenstein und Marburg-Biedenkopf den „Wasserverband Oberes Lahngebiet“, um gemeinsam den Hochwasserschutz zu organisieren. Ab 1980 trieb der Wasserverband die Planungen für den Bau des Hochwasserrückhaltebeckens Breidenstein/Perf voran.

Finanzmittel durch Hochwasser

Auch vor dem Hintergrund der hohen Investitionskosten wurde der Talsperrenbau schon ab Anfang der 1980er fachlich auch kritisch hinterfragt. Letztlich bewirkte aber das Katastrophen-Hochwasser vom Februar 1984 die Freigabe der entsprechenden Finanzmittel durch das Land Hessen und damit den Baubeginn in Breidenstein.

Das Katastrophen-Hochwasser vom Februar 1984 unterspülte unter anderem die Gleise – das Ergebnis spiegelt sich in diesem Foto wider. (Foto: Archiv Landkreis)

Das Hochwasserrückhaltebecken ist mit rund zwei Millionen Kubikmeter Rückhaltevolumen und 600.000 Kubikmeter Dauerstau bis heute die einzige vorhandene Talsperre im oberen Lahngebiet.

Das Objekt zeigt Wirkung

Mit dem Bau ab 1984 und der Inbetriebnahme der Anlage in 1993 wurde erreicht, dass seither Hochwässer aus dem Einzugsgebiet der Perf gezielt zurückgehalten werden und damit auch Hochwasserereignisse im Gewässersystem der oberen Lahn beeinflusst werden können.

Bis ins Marburger Land

Im Zusammenspiel mit dem Hochwasserrückhaltebecken Kirchhain/Ohm kann die Überlagerung von Hochwasserwellen aus Ohm und Lahn ab dem Punkt Cölbe vermieden werden. Das Hochwasserrückhaltebecken Breidenstein/Perf entfaltet somit im Hochwasserschutz seine Wirkung bis in den Raum Marburg und dient letztlich dem Schutz der anliegenden Städte und Gemeinden.