„Ohne modische Alternative“

In Biedenkopf, Kunst und Kultur, Veranstaltungen by Redaktion

Noch bis Sonntag, 2. Juni, ist im Hinterlandmuseum im Schloss Biedenkopf die Trachten-Sonderausstellung zu sehen.

Zu sehen ist ein Ärmelstaucher oder Wamsärmel. Dieser diente sowohl als Schmuck als auch als Schutz für den Unterarm. (Fotos: Landkreis)

„Das Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf verfügt über eine sehr umfangreiche und qualitätsvolle Sammlung an Trachtenstücken einer wichtigen Trachtenregion Deutschlands“, sagt Museumsleiter Gerald Bamberger. „Anhand ausgewählter Exponate werden in dieser Sonderausstellung Kleidungsstücke vorgestellt, aus denen eine Tracht im Hinterland bestand.“

Trachten der Frau

Im Hinterland wurde die Männertracht bereits im 19. Jahrhundert abgelegt. Die Kleidungstradition der Männer auf dem Land lässt sich daher nur anhand weniger Einzelstücke erschließen. Um einen Einblick in die Vielzahl unterschiedlicher Kleidungsstücke einer Tracht bieten zu können, konzentriert sich die Sonderausstellung auf die regionalen Frauentrachten.

Zu sehen ist in der Ausstellung auch ein Brusttuch, das zur Tracht getragen wurde.

In der Ausstellung wird Wert auf die Vielfältigkeit der Trachten gelegt. Zum einen werden traditionell vorgegebene (Farb-)Varianten von Bekleidungsteilen, etwa Kopfbedeckungen und Bruststecker gezeigt. Zugleich wird dargestellt, wie Kleidungsstücke durch die individuelle Kunstfertigkeit der Trägerin oder einer professionellen Stickerin zu besonderen Schmuckstücken wurden.

Von Unterrock bis Brusttuch

Die Sonderausstellung präsentiert einzelne Stücke von Unterhemd über Unterrock, Hemd, Jacke und Rock, Brusttuch, Tuch und Kopfbedeckung. Sie ergänzt die Dauerausstellung „Textilhandwerke“ im Dachgeschoss des Museums, wo vollständige Trachten an historischen Figuren zu sehen sind.

Keine modische Alternative

Das tägliche Anlegen einer Tracht ohne modische Alternative zu jeder Jahreszeit und Witterung ist heute für viele nur schwer nachzuvollziehen. Trotz aller Tradition und Regeln ist die örtlich differenzierte Kleidung als Ergebnis einer langen Entwicklung zu sehen. Als „gelebte“ Kleidung war auch sie modischen Wandlungen unterworfen.