Ein Brautkorb zur Hochzeit

In Biedenkopf by Redaktion

Bei Brautkörben, auf Platt auch „Gollkörbe“ genannt, handelte es sich um ein Hochzeitsgeschenk von Patentanten an Patentöchter. Die kreisrunden oder ovalen, aus Weide geflochtenen Körbe hatten zwei oder vier Griffe und enthielten Teile der Aussteuer wie Tischwäsche, Handtücher und Essbesteck. Verziert waren sie mit Initialen der Braut, der Jahreszahl der Hochzeit und weiteren farblichen Verzierungen. Verschenkt wurden sie mit oder ohne Deckel. Ihre Funktion im Brauchtum verloren Brautkörbe um 1900.

Der „Gollkorb“ ist Exponat des Monats April im Hinterlandmuseum. (Foto: Landkreis)

Das Hinterlandmuseum im Biedenkopfer Schloss stellt aktuell einen Brautkorb aus dem Jahr 1875 als sein Exponat des Monats April vor. Die Stifterin, Gudrun Dittrich, hat Vorfahren in Wolfgruben: Wilhelm Krug aus Silberg (geb. 1890) und Elisabeth Müller aus Wolfgruben (geb. 1889).

Zum Aufklappen

Der gestiftete Brautkorb ist ein ovaler Weidenkorb mit Deckel. Er hat einen leicht ausgestellten Standring und zwei größere, hochstehende Griffe am oberen Rand der beiden Schmalseiten. Geöffnet wurde der Korb durch Aufklappen, darauf deuten ein geflochtener Knauf auf einer der Längsseiten des Deckels und eine Art Scharnier an der gegenüberliegenden Seite hin.

Aus dem Jahr 1875

Das Scharnier wurde mittlerweile durch einen Bindfaden ersetzt. Die Seiten des Korbes bestehen aus einem schmalen Flechtwerk, das mit einem rot-blau-grünem gezackten Muster verziert ist. Umlaufend ist in blauer Farbe das Jahr „ANNO 1875“ zu lesen. Dienstags bis sonntags zwischen 10 und 18 Uhr kann das Museum besucht werden – von Inhabern der Ehrenamtscard sogar kostenfrei.