Letzte Chance für freies Internet?

In Überregional, Verbraucherinfo by Redaktion

„Dies ist unsere letzte Chance. Helfen Sie uns, das Urheberrecht in Europa zu modernisieren!“ Das schreibt das Onlinelexikon Wikipedia.de heute auf seiner Seite und sperrt für 24 Stunden die Nutzung, um auf die Dringlichkeit des Problems aufmerksam zu machen.

Wikipedia verweigert heute die Zugriffe und postet diesen Appell, um das „freie Internet“ zu bewahren.

Es ist ein Protest gegen Teile der geplanten EU-Urheberrechtsreform. Dieses Gesetz soll am 27. März vom Parlament der Europäischen Union verabschiedet werden.

Erhebliche Einschränkung

Die geplante Reform könnte, so Wikipedia, dazu führen, dass das freie Internet erheblich eingeschränkt wird. Selbst kleinste Internetplattformen müssten Urheberrechtsverletzungen ihrer Userinnen und User präventiv unterbinden (Artikel 13 des geplanten Gesetzes), was in der Praxis nur mittels fehler- und missbrauchsanfälliger Upload-Filter umsetzbar wäre. Zudem müssten alle Webseiten für kurze Textausschnitte aus Presseerzeugnissen Lizenzen erwerben, um ein neu einzuführendes Verleger-Recht einzuhalten (Artikel 11). Beides zusammen könnte die Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit erheblich beeinträchtigen.

Wenn viele mitmachen…

Möglicherweise haben sich viele Nutzer die Konsequenz einer solchen Entscheidung noch nicht klargemacht. Aber es sollte jetzt gehandelt werden. Und alle, sollten mitmachen. Mit Unterzeichnung der Petition auf https://www.change.org/p/stoppt-die-zensurmaschine-rettet-das-internet-uploadfilter-artikel13-saveyourinternet kann jeder einen kleinen Beitrag zur Rettung des freien Internets leisten. Und auf http://www.europarl.europa.eu/meps/de/home kann ein Abgeordneter der EU direkt angeschrieben werden, dass er sich einsetzen möge, zur Verhinderung der Upload-Filter beizutragen. Die E-Mail kann man kopieren und auch mehreren Abgeordneten zukommen lassen: ein kleiner Zeitaufwand mit einem möglicherweise wertvollen Ergebnis.