Marburg macht mit: „Suspended Coffee Germany“

In Marburg by Redaktion

In Marburg soll sich die soziale Geste des Spendierens weiter verbreiten. Oberbürgermeister Thomas Spies wirbt daher für die überregionale Initiative „Suspended Coffee Germany – Spendiert“. Dabei geht es darum, beim Bäcker, im Café oder Imbiss ein Getränk oder ein Essen mehr zu kaufen – und einen Gutschein dafür für andere Menschen zu hinterlassen. Acht Unternehmen in Marburg unterstützen die Initiative bereits.

Marburgs Oberbürgermeister Spies (v.r.), Saskia Rüdiger, Monique Meier und Mehmet Naziyok werben dafür, Mitmenschen ein Getränk oder Essen zu spendieren – oder das Angebot selbst in Anspruch zu nehmen. (Foto: Patricia Grähling, Stadt Marburg)

Die Idee ist, sozial benachteiligten Menschen durch spendierte Getränke oder ein Essen zu helfen und ihnen mehr Teilhabe im Alltag zu ermöglichen. Das Grundprinzip beruht auf der italienischen Tradition des „aufgeschobenen Kaffees“: einen Kaffee mehr zu bezahlen, um diesen einem anderen Menschen zu spendieren. Die Aktion verbreitet sich seit 2013 deutschlandweit und umfasst in der Umsetzung neben spendierten warmen und kalten Getränken auch Mahlzeiten oder kleinere Dienstleistungen.

Kleine Freuden

„Diese Initiative gibt jedem die Möglichkeit, anderen Menschen in ihrem Alltag eine kleine Freude zu bereiten“, so Oberbürgermeister Spies. „Die Teilhabe am sozialen Leben unserer Stadt darf nicht für manche bei zwei Euro für einen Kaffee enden.“ Die Stadt Marburg ist bislang die erste in Deutschland, die diese Initiative aktiv unterstützt und dafür wirbt. „In Marburg ist das Konzept, etwas zu teilen und die Bereitschaft, Menschen aufzufangen, ganz groß“, sagt das Stadtoberhaupt.

Sozialer Gedanke

Saskia Rüdiger, Gründerin von „Suspended Coffee“ in Deutschland und Monique Meier, städtische Sozialplanerin engagieren sich diesbezüglich. In Marburgs Oberstadt macht etwa Mehmet Naziyok mit, der Kunden gerne auf das Angebot hinweist, wenn er merkt, dass sie sich ein Getränk oder Essen nicht oder nur schwer leisten können.

Infos für Mitmacher

Alle Betriebe, die die soziale Geste des Spendierens unterstützen und sich beteiligen möchten, können sich direkt über die Homepage www.suspendedcoffee.de anmelden und registrieren lassen. Durch Plakate, Aufkleber und Flyer können sie auf ihre Teilnahme an der Initiative aufmerksam machen. Auf der Homepage ist auch weiteres Material hinterlegt und ebenso Gutscheinvordrucke, die für die konkrete Umsetzung genutzt werden können. Eine Bedürftigkeit müssen die Menschen nicht nachweisen, wenn sie mit einem Gutschein bezahlen wollen. „Es ist ein ganz niedrigschwelliges Angebot, das gerade dadurch seine Wirkung entfaltet“, betont Spies.