Geld für privates, ehrenamtliches Engagement

In Allgemein, Gladenbach, Landkreis by Redaktion

„Beispielhaftes ehrenamtliches Engagement im sozialen Bereich“ ist jetzt vom Landkreis ausgezeichnet worden. Der Preis war zudem mit insgesamt 3.000 Euro datiert. Lucia Korzen aus Gladenbach und Ludwig Pigulla aus Rauschenbach sind die Preisträger.

Die Preisträger mit Ehepartnern sowie Landrätin Fründt und Detlef Ruffert. (Foto: Landkreis)

Insgesamt 41 Menschen aus dem gesamten Landkreis sind für den in diesem Jahr erstmals ausgeschriebenen Sozialpreis vorgeschlagen worden. Eine zehnköpfige Jury, bestehend aus Mitgliedern des Kreis- und Jugendhilfeausschusses, der Kreisverwaltung sowie sozial engagierter Bürgerinnen und Bürgern, entschied sich dann für die breiden. „Das Ehrenamt gehört zu unserem offenen und toleranten Zusammenleben. Das gilt auch und erst recht im sozialen Bereich, in dem es ganz konkret darum geht, Menschen auf ihrem Weg, oft auch Rückweg, in unsere Gesellschaft zu unterstützen“, sagte Landrätin Kirsten Fründt bei der Preisverleihung. Etwa 30 Millionen Menschen seien in der Bundesrepublik freiwillig und unentgeltlich für gesellschaftliche Belange aktiv. „Sie alle sind damit wesentliche Stützen unserer Gemeinschaft“, machte Landrätin Fründt deutlich. Zu ihnen zählen in besonderem Maße auch Lucia Korzen und Ludwig Pigulla, die nun für ihr vorbildhaftes Engagement ausgezeichnet wurden.

Viel Einsatz

Lucia Korzen hat den Lea-Lese-Club in Kehna, Marburg und Dautphetal gegründet und begleitet jede Woche drei Gruppen, in denen sie mit behinderten und nicht behinderten Menschen Bücher in leichter Sprache liest und bespricht. Außerdem bietet sie den Bewohnerinnen und Bewohnern der Gemeinschaft Unterricht im Schreiben und Rechnen an. Darüber hinaus hat sie als Betreuerin und auch Pflegemutter Verantwortung übernommen.

Preisgeld spenden

Was macht Lucia mit dem Preisgeld? Eine Kreuzfahrt? Schmuck? Nein. Das Geld möchte die Preisträgerin der Gemeinschaft Kehna für die weitere Ausgestaltung des Sinnespfades zur Verfügung stellen. Sie selbst habe nicht das Gefühl, eine besondere Ehrung verdient zu haben. „Ich mache es einfach, weil ich es tun muss“, sagte Korzen. „Wenn Sie Lust und Zeit haben, kommen Sie in eine unserer Gruppen“, lud sie zudem zur Mitarbeit ein.

Für die Seele

Ludwig Pigulla wurde vom Bürgermeister der Stadt Rauschenberg, Michael Emmerich, insbesondere wegen seines Engagements als Koordinator und Mitglied des Kriseninterventionsdienstes Marburg-Biedenkopf vorgeschlagen. Allerdings sei auch Pigulla jemand, der sich vielfältig engagiere. Als Schiedsmann, Betreuer im Hospiz Marburg, beim Museumsteam Rauschenberg, beim historischen Arbeitskreis Rauschenberg und eben beim Kriseninterventionsdienst.
Der Kriseninterventionsdienst des Landkreises gilt als „Erste Hilfe für die Seele“ im Falle traumatischer Erlebnisse und unterstützt Opfer, Angehörige aber auch Einsatzkräfte bei der Verarbeitung schlimmer Erlebnisse.