Turbulenzen von vorn bis hinten: Laienspieler Gönnern rissen ihr Publikum mit

In Allgemein, Gönnern by Redaktion

Vor zweimal fast vollbesetztem Haus präsentierten jetzt die Laienschauspieler aus Gönnern ihr aktuelles Stück. „Außer Spesen nichts gewesen“, so der Titel. Der aber war keinesfalls Programm, denn die insgesamt fast 600 Gäste im Dorfgemeinschaftshaus kamen tatsächlich so richtig auf ihre Kosten.

Mit Spannung und gleichsam amüsiert verfolgten die Besucher das Stück der Laienspieler. (Fotos: Yannik Grüneberg)

Szenenapplaus, schallendes Gelächter und am Ende ein rundum zufriedenes Publikum: Die Laienspielgruppe Gönnern hat mit ihrem Lustspiel für beste Unterhaltung in ihrem Heimatort gesorgt.
Die Geschichte selbst hatte viel Interessantes zu bieten, das die zehnköpfige Truppe umzusetzen wusste. Bei Familie Müller waren alle Familienmitglieder im Reisefieber.

Angeblicher Heiler und Sabrinas Ex-Freund: Yogi (Patrick Schmidt) therapiert Mutter Elisabeth (Susanne Schneider).

Mutter Elisabeth alias Susanne Schneider hat „Nacken“ und muss zur Kur. Tochter Sabrina (Celine Hoffmann) will mit dem neuen Freund zu einer Rucksacktour nach Tibet aufbrechen und Opa Gustav (Peter Kramer) muss an einer Seniorenwallfahrt teilnehmen. Vater Gottfried (Jürgen Hoffmann) packt die Tasche für eine berufliche Fortbildung, hat sich aber dummerweise das Bein verstaucht. Elisabeth zögert deshalb, die Kur überhaupt anzutreten, doch ihr Mann setzt alles daran, dass alle Familienmitglieder wie geplant verreisen. Das hat auch seinen Grund. Gottfried will sich in der „sturmfreien Zeit“ mit Natascha aus dem zwielichtigen Gewerbe vergnügen. Annette Förster als russischstämmige „Erotik-Arbeiterin“ war hier echtes Highlight in der turbulenten Komödie.

Papa Gottfried (Jürgen Hoffmann) und Tochter Sabrina (Celine Hoffmann) wissen nicht mehr weiter…

Doch leider: Gottfrieds Vorbereitungen werden von der aufdringlichen Nachbarin Henneliese, dargestellt von Kathrin Benner, durchkreuzt, und andauernd klingelt Martin, der sympathische Paketbote und bringt Pakete mit kompromittierendem Inhalt. Er wurde gemimt von Erik Neumann, dem „Neumann“ im Laienspiel-Team. Der Opa schützt seine Reise ebenfalls nur vor, um die sturmfreie Bude für ein Gelage mit seinem Freund Max zu nutzen. Zu allem Überfluss taucht auch noch Elisabeths Mutter auf, die fürs Blumengießen während der Abwesenheit aller einbestellt war. Hier wusste Silvana Becker zu überzeugen. Angesichts dessen, was die Schwiegermama aber vorfindet, erleidet sie förmlich einen Schock.

Und weg damit! Paketbote Martin (Erik Neumann) genießt den teuren Champagner von Vater Gottfried.

Und Elisabeth kommt auch wieder nach Hause, den sie will sich daheim von einem charmanten Heiler behandeln lassen. Auch hier eine mit neuem Ensemblemitglied besetzte Rolle: Erstmals war Patrick Schmidt mit dabei. So herrscht das blanke Chaos, weil keiner wie geplant verreist ist und jeder versucht, durch wilde Geschichten sein eigenes „kleines Geheimnis“ zu vertuschen. Am Ende stellt sich heraus, dass der Yogi und Natascha Betrüger sind. Und Tochter Sabrina? Sie erteilt ihren Eltern eine heilsame Lektion und kommt zum Schluss mit dem Paketboten Martin zusammen.

Kein Ausweg – kein Plan. Der Paketbote sieht jetzt ganz schön „alt“ aus.

Zwei Jahrzehnte Übung und Erfahrung haben die Laienspieler inzwischen und – wen wundert’s – ein echtes Fanpublikum. Martina Rehhorn soufflierte, Rolf Teutsch moderierte“, und Crazy Fusion sorgten für professionelle Bühnenbeleuchtung. Neben der Geschichte selbst und der gekonnten Darstellung war es aber auch hier und da die Aufmachung, in der sich die Laienschauspieler auf die Bühne begaben: Wann etwa sind Peter Kramer und Knut Teutsch schon einmal in „Lack und Leder“ gewandet zu erleben?

Das ist mal ein Anblick: Opa Gustav (Peter Kramer) und sein Freund Max (Knut Teutsch) in Lack und Leder gewandet.

So ist es müßig, zu erwähnen, dass das Publikum das Gebotene mit reichlich Applaus – auch immer wieder Szenenapplaus – begeistert honoriert hat.