Wissenswertes über Gewittertierchen

In Allgemein, Überregional, Unterhaltung by Redaktion

Wenn ein Gewitter bevorsteht, tauchen sie plötzlich in Schwärmen auf und landen auf allem, was gerade im Weg ist: Gewittertierchen. In der Fachsprache der Biologen werden sie Thripse genannt.

In schwüler Gewitterluft sind sie plötzlich überall: Gewittertierchen. (Foto: WetterOnline/Shutterstock)

Die winzig kleinen schwarzen Insekten sind besonders gut auf heller Kleidung zu sehen und krabbeln auf freien Haustellen. Wir sprachen mit dem Biologen Dr. Manfred R. Ulitzka, Fachmann auf dem Gebiet der Fransenflügler (Thysanopteren) über diese Insekten.

Keine Flugkünstler

Sie sind keine Flugkünstler, denn von sich aus können sie kaum fliegen. Sie nutzen die durch sommerliche Thermik ausgelösten Aufwinde, um sich in der Luft zu halten. Sonniges Wetter bei Temperaturen von über 20 Grad lässt die Insekten aufsteigen. An warmen Tagen sind sie dann in großer Anzahl weit verteilt in höheren Luftschichten unterwegs. Wenn sich ein Gewitter entwickelt, bekommt man den Eindruck, dass die winzigen Tierchen plötzlich überall sind. Doch warum ist das so? Ein sich entwickelndes Gewitter sorgt dafür, dass die Thripse, die sich zuvor bis in eine Höhe von mehreren Kilometern in der Luft verteilen, in die unteren Luftschichten absinken. Sie versuchen dort zu landen und nutzen jedes Objekt, das sich dazu bietet – auch den Menschen. Die Sichtbarkeit von Gewittertierchen kann also durchaus ein drohendes Gewitter anzeigen. Richtige Gewitterpropheten sind sie allerdings kaum, denn sobald wir die kleinen Insekten wahrnehmen, ist die Entwicklung des Gewitters schon im vollen Gange und für jeden offensichtlich. Warum landen die Tiere  ausgerechnet auf Menschen?

Helle Farben sind attraktiv

Helle Farben sind für die Insekten besonders attraktiv. Thripse können jedoch ihr Flugverhalten kaum bestimmen. In erster Linie werden sie vom Wind getragen und können die Flugrichtung durch ihre Flügelstellung nur geringfügig ändern und dies auch nur solange, wie der Wind schwach ist. Thripse landen daher vollkommen zufällig auf Menschen. Wann die Bedingungen für Thripse besonders gut sind, können Interessierte auch mit einer Wetter-App beobachten – beispielsweise mit der WetterOnline-App. Sie zeigt zuverlässig an, wann Gewitter drohen.