„My fair Lady“ in Hallenberg: Sommertheater vom Feinsten

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Franziska Mause in ihrer ersten Hauptrolle – als Eliza Doolittle: ein Glanzlicht; hier mit Oberst Pickering alias Stefan Pippel. (Fotos: S. L. Bamberger)

My fair Lady: ein echter Klassiker: Bereits im Jahr 2003 wurde das Musical in Hallenberg präsentiert – schon damals mit großem Erfolg. Und die neue Auflage unter der Regie von Florian Hinxlage steht dem in nichts nach.
Das „fair“ im Titel kann dabei verschieden ausgelegt werden: entweder „Meine schöne Lady“ oder aber „Meine Marktfrau“ (fair=Markt). Und so steht die Frage im Raum, ob allein schon eine gepflegte Sprache zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus einer derben Blumenverkäuferin mit ebensolchem Akzent eine echte Lady macht. Eine Wette soll diese Frage klären. Der exzentrische Sprachforscher Professor Higgins, gespielt von Thomas Knecht, will die Antwort in einem Experiment mit dem Blumenmädchen Eliza Doolittle herausfinden. Oberst Pickering alias Stefan Pippel, der Higgins‘ Leidenschaft für Phonetik teilt, ist nicht minder gespannt auf das Ergebnis. Higgins seinerseits ist fest davon überzeugt, dass der Mensch sich nicht über die Herkunft, sondern seine Sprache definiert. Und selbst ein Blumenmädchen wie Eliza, so glaubt er, könne seinen Stand verbessern und eine anerkannte Dame sein sofern es sich gewählt und deutlich ausdrücke.

Die Hauptdarstellerin in ihrem Element.

Dagmar Köster als Higgins‘ Mutter: ebenfalls sehenswert.

Die Vielzahl der Darsteller und Komparsen ist beeindruckend in Hallenberg.

Franziska Mause in der Titelrolle als Eliza Doolittle berlinert jedenfalls so überzeugend derb, dass man ihr das Marktweib auf der Stelle abnimmt. Dabei ist sie im „richtigen Leben“ als Sprachtherapeutin unterwegs.
Und das Publikum zeigte sich hingerissen: immer wieder Szenenapplaus, Lachen oder auch Mitsummen bei den bekannten Ohrwürmern. Ältere und junge Schauspieler und Komparsen agieren vor einem großartigen Bühnenbild unter freiem Himmel. Die Kostüme und Requisiten tun ein Übriges, die Zuschauer in die Welt vor rund einem Jahrhundert mitzunehmen. Und natürlich tragen auch Soli, Chorgesang und absolut auch die Tanzeinlagen dazu bei, das Stück zu einem ganz besonders sehenswerten zu machen. Wie das Experiment nun ausgeht, und ob Eliza besteht inmitten der spießigen Londoner Gesellschaft dieser Zeit, das mag nun ein jeder selbst erleben.

Sehenswerte Tanzszenen und eine aufwändige Kulisse prägen das Musical.

Unterstützt wird sie jedenfalls dabei von der Hausdame Mrs. Pearce (Jessica Crittenden). In weiteren Rollen sind Alfred P. Doolittle, Elizas Vater alias Helmut Mause zu sehen. Freddy Eynsford-Hill, der sich in Eliza verliebt wird gemimt von Philipp Mause. Und die Mutter von Higgins verkörpert Dagmar Köster so gelungen.

Die Zuschauer wurden hineingenommen in das gesellschaftliche Leben des zurückliegenden Jahrhunderts.

Exakt achtmal haben nun Theater- und Musicalfreunde noch die Gelegenheit, Franziska Mause in ihrer Paraderolle zu sehen, hören und zu erleben.

Regelrechte Ohrwürmer

Aber Achtung: Die Ohrwürmer „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen…“ oder auch „Ich hätt‘ getanzt, heut‘ Nacht..“ bekommt man dann erst einmal so leicht nicht aus dem Kopf. Erstaunlich: In Hallenberg stehen ausschließlich Laiendarsteller auf der Bühne. Man mag es kaum glauben. Technik, Kulisse, Kostüm, Maske, aber natürlich auch Musikalität und künstlerisches Talent sowie das Geschick des Regisseurs machen das Stück zu dem, was es ist: Sommertheater vom Feinsten.

Ganz entzückend agierten auch die kleinen Statisten.

Am Mittwoch (15. August) um 17 Uhr wird „My fair Lady“ noch einmal aufgeführt, ebenso am Freitag (17. August ) um 20 Uhr und wieder am Dienstag, 21. August um 17 Uhr. Eine weitere Aufführungen findet am 24. August um 20 Uhr statt; die Sonntagsvorstellung (26. August) um 15.30 Uhr; und am 30. August sind Eliza und Kollegen ab 17 Uhr zu erleben.

Bis ins kleinste Requisit durchdacht…

Am 1. September folgt noch eine Abendvorstellung um 20 Uhr; und die Abschlussvorstellung beginnt um 15.30 Uhr am Samstag, 8. September.

Stimmung in der „Kneipe“.

Die feine Londoner Gesellschaft…