Neue Defibrillatoren für den Landkreis – auch in Dautphe

In Allgemein, Dautphe, Gesundheit, Landkreis by Redaktion

Marburg-Biedenkopf. Gemeinsam dem Herztod den Kampf ansagen: Das hat der Landkreis vor, gemeinsam mit der Björn Steiger-Stiftung. Am Montag haben Landrätin Kirsten Fründt und Vertreter der Stiftung für das Projekt „Herzsicherer Landkreis Marburg-Biedenkopf“ im Bürgerhaus Fronhausen, einem der neuen Standorte für ein AED-Gerät, den offiziellen Startschuss gegeben.
Der plötzliche Herztod ist mit 100.000 Opfern jährlich eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Die Betroffenen haben meist nur eine Chance, wenn sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen wird und ein AED-Gerät (Automatisierter Externer Defibrillator) zum Einsatz kommt, um einem aus dem Takt geratenen Herzen einen lebensrettenden Stromimpuls zu geben – sozusagen „Starthilfe“. Diese wichtigen Erstmaßnahmen müssen in der Regel von Laien die sich in nächster Nähe befinden durchgeführt werden – denn bereits nach fünf Minuten ohne Herzdruckmassage bleiben in den meisten Fällen irreparable Schäden zurück. Die Björn Steiger-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, AED-Geräte flächendeckend verfügbar zu machen und entsprechende Schulungen für die Bevölkerung anzubieten.
Im Juni wurden schon die ersten zehn AED-Säulen beziehungsweise -Wandkästen in unserer Region aufgestellt. Im ersten Schritt erhält jede Gemeinde ein Gerät. Ergänzend zu den öffentlichen kostenlosen Schulungen für die Bevölkerung plant die Stiftung, ihre Projekte für Schulen und Kindergärten im Landkreis umzusetzen. So soll sichergestellt werden, dass sich nach und nach alle Bürgerinnen und Bürger – egal welchen Alters – Erste-Hilfe-Maßnahmen zutrauen und auf dieses Weise die Herzsicherheit in der Region deutlich erhöht wird.
Landrätin Kirsten Fründt betonte, wie wichtig das Projekt für die Herzsicherheit im Landkreis ist: „Die wichtigste Rolle bei einem plötzlichen Herzstillstand spielen die Ersthelfer. Sie setzen den Notruf ab, leisten Erste Hilfe und stellen so die Weichen für alle anderen Schritte: Notarzt, Rettungsdienst und Klinik. Mit diesem Projekt können wir die Rolle der Ersthelfer stärken und weiter ausbauen, damit sie noch besser helfen können.“
Auch Claudia Schnabel, Bürgermeisterin von Fronhausen, freute sich, dass am Bürgerhaus nun ein lebensrettendes AED-Gerät verfügbar ist und probte den Einsatz an einem Dummy (Foto oben). Die Björn Steiger-Stiftung finanziert das Projekt und wirbt dafür um Spenden.
Immerhin ist der plötzliche Herztod mit 100.000 Opfern jährlich eine der häufigsten Todesursachen hierzulande. Der Defibrillator kann Leben retten. Er ist selbsterklärend und gibt nach Einschalten alle notwendigen Schritte akustisch vor — der Laie kann nichts falsch machen.

Gemeinsam für einen „Herzsicheren Landkreis“ (v. li.): Christian Betz (Vorsitzender DRK-Kreisverband Marburg-Gießen), Annette Born (DRK-Kreisverband Biedenkopf), Thomas Kriebel (DRK Kreisverband Marburg-Gießen), Fronhausens Bürgermeisterin Claudia Schnabel, Kreisbrandinspektor Lars Schäfer, Landrätin Kirsten Fründt, Gunter Schneider von der Firma Schneider GmbH & Co. KG sowie Michael Müller und Angelo Sapia von der Björn Steiger Stiftung. (Fotos: Landkreis)

Zum Hintergrund der Stiftung: Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der damals achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 – allerdings nicht an seinen Verletzungen, sondern am Schock. Seine Eltern, Ute und Siegfried Steiger, gründeten daraufhin noch im selben Jahr die Björn Steiger-Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind beispielsweise die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.
Im Hinterland wird ein neuer Defibrillator im Bürgerhaus Dautphe platziert. Am Bürgerhaus 1, direkt im Eingangsbereich.
Auch im Rathaus Cölbe wird ein AED-Gerät zu finden sein wie auch an zehn weiteren Standorten des Landkreises. Wer sich vorab schon einmal ansehen möchte, wie ein solcher Defibrillator zu bedienen ist und wie man damit Hilfe leistet, findet ein entsprechendes Video unter www.steiger-stiftung.de/aed.